04.01.2003

DEUTSCHLAND

Sanierungsplan für Mobilcom gefährdet

Die Führung des Vorstands durch Thorsten Grenz und die Leitung des Aufsichtsrats durch Dieter Vogel, der als Vermittler das Sanierungskonzept für Mobilcom maßgeblich ausgehandelt hatte, enstpricht zwar dem Willen der Großaktionäre

Teile des Aufsichtsrats würden aber die Ablösung von Grenz betreiben, berichtete die "Welt" unterdessen heute Samstag. Dem früheren Finanzchef werde vorgeworfen, er habe den Vertrieb nicht effektiv aufgebaut und er sei überfordert, Mobilcom von Grund auf zu restrukturieren.

Wesentlicher Bestandteil des Ende November vereinbarten Rettungspaketes ist die Übernahme von Schulden in Höhe von mehr sieben Milliarden Euro durch France Telecom, die mit 28,5 Prozent an Mobilcom beteiligt ist.

Mobilcom wollte die Zeitungsberichte nicht kommentieren.

Das bisherige Hin und Her

Am 23. Dezember hatte der Mobilcom-Aufsichtsrat überraschend seinen bisherigen Vorsitzenden Klaus Ripgen im Amt bestätigt, der zuvor schon von diesem Posten zurückgetreten war. Vogel war aber schon bei einer ersten Wahl an der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit im Aufsichtsrat gescheitert. Im Aufsichtsrat hatte es Unmut über die Höhe der Vergütungen gegeben, die Vogel für seine Vermittlungstätigkeit gefordert hatte.

Auch Grenz war in der Sitzung des Aufsichtsrates kurz vor Weihnachten im Amt bestätigt worden, allerdings nicht einstimmig. Er war zuvor in die Kritik geraten, weil er den schnellen Verkauf der profitablen Internet-Tochter Freenet angekündigt hatte, um den Schuldenabbau von Mobilcom voranzubringen. Grenz hatte mit dem Betriebsrat und Banken-Vertretern den Sanierungsplan ausgehandelt, der den Abbau von 1850 der rund 5000 Stellen vorsieht.