Microsoft setzt auf Software-Aktivierung
Microsoft wird nächste Woche im Vorfeld der Consumer Electronics Show in Las Vegas die aktuelle Multimedia-Erweiterung "Plus Digital Media Edition" vorstellen.
Das 20-Dollar-Programm soll allerdings nicht nur ein E-Commerce-Testlauf für den Konzern werden, sondern dürfte auch die drastische Ausweitung der umstrittenen Produktaktivierung einläuten.
Die im Zuge der Windows-XP-Einführung viel diskutierte Prozedur verlangt vom Konsumenten das "Freischalten" der Software mittels einer von der Software generierten Seriennummer über das Internet.
Dass MS diese Prozedur jetzt auch bei der relativ kleinen und billigen Anwendung einführt, deutet darauf hin, dass der Konzern die Anti-Piratrie-Technologie zukünftig flächendeckend einsetzen könnte.
Die Consumer Electronics Show 2003 findet vom 9. bis zum 12. Jänner statt.
Consumer Electronics Show 2003Alles Multimedia
"Plus Digital Media Edition" soll Windows-XP-Systeme um zehn Multimedia-Funktionen erweitern.
Der "Party Mode" für den Media-Player soll beispielsweise den PC zur Jukebox machen, mit "Photo Story" kann man Fotos zu einer animierten Diashow verarbeiten, und mit dem "Analog Recorder" kann man alte Audio-Aufnahmen nachbearbeiten.
Fragwürdiges Konzept
Das Konzept der Online-Aktivierung von Software wurde zunächst vor allem kritisiert, weil es angeblich dem durchschnittlichen, rechtschaffenen Nutzer unnötigen Aufwand beschert, aber "in erster Linie Gelegenheitskopierer" und keine professionellen Produktpiraten abschreckt, wie Microsoft-Anwalt Brad Smith schon vor rund einem Jahr einräumte.
Die professionell illegalen Kopien sind dabei in der Regel mit einem "Volume License Key" ausgestattet, einer Freischaltnummer, mit der normalerweise Unternehmen größere Mengen von Betriebssystemen auf einen Schlag aktivieren.
MS experimentiert daher auch mit dem Abgleich von besonders oft benutzten gefälschten IDs bei der Registrierung.
Microsoft räumt Registrierungsschlappe einMögliches Datensammeln
Der zweite häufig an der Aktivierungspraxis kritisierte Punkt ist, dass für den Konsumenten unklar bleibt, welche Informationen an MS übermittelt werden.
Nach einem deutschen Präzendenzfall muss der Konzern allerdings auf Wunsch Auskunft über persönliche Daten geben, die bei einer Produktaktivierung von Windows XP oder Office XP gespeichert werden.
Aktivierungsdaten müssen offen gelegt werden
