Millionenstrafe für niederländische Mobilfunker
Die niederländische Kartellbehörde [NMa] hat fünf Mobilfunkunternehmen wegen unerlaubter Preisabsprachen Bußgelder von zusammen 88 Millionen Euro auferlegt. Die Firmen sollen Vergütungen für Unternehmen vereinbart haben, die Telefonabonnements für Handys verkauften, teilte die Behörde mit.
Diese Vergütungen hielten die vom Verbraucher zu zahlenden Tarife künstlich hoch. Gegen den Bußbescheid können die Betroffenen Einspruch einlegen.
Saftige Strafen für KPN, Ben [DT], Vodafone, Dutchtone
[FT], 0.2
Die höchste Buße soll mit 31 Millionen Euro die aus der
niederländischen Postverwaltung entstandene KPN bezahlen. Die
britische Gesellschaft Vodafone, die 24 Millionen Euro zahlen soll,
und das zur Deutschen Telekom gehörende Unternehmen Ben, das mit
15,2 Millionen Euro bestraft wurde, sollen nach NMa-Darstellung die
Initiative für die Absprachen ergriffen haben. Dutchtone [France
Telecom] erhielt eine Buße von 11,5 Millionen Euro und 0.2 [British
Telecom] eine Buße von sechs Millionen Euro.
Niederländische KartellbehördeBeschwerde gegen "exzessiv hohes Bußgeld"
KPN legte gegen das "exzessiv hohe Bußgeld" Beschwerde ein. Das Unternehmen räumte ein, dass vor eineinhalb Jahren ein Mitarbeiter an einem Treffen mit Vertretern anderer Unternehmen teilgenommen habe, bei dem über Vergütungen gesprochen worden sei. Das Treffen habe aber "keinen relevanten ökonomischen Effekt" gehabt.
Auch Ben bestätigte die Teilnahme eines Mitarbeiters an einem Treffen. Es habe sich aber um einen isolierten Vorfall gehandelt, sagte ein Sprecher. Nach seinen Worten hatte das Treffen keine Auswirkungen auf den Verbraucherpreis.
Bei 0.2 wurde beteuert, dass es keine Absprachen gegeben habe.
Auch Verbraucher sollen entschädigt werden
Sprecher der Verbraucherorganisation Consumentenbond forderten, dass die Verbraucher auf eine noch zu klärende Weise für die zu viel bezahlten Beträge entschädigt werden müssten.
