Bluebull übernimmt Linzer CLC
Der an der Wiener Börse notierte Schweizer Internet-Finanzdienstleister Bluebull übernimmt den schwer angeschlagenen Linzer Call-Center-Betreiber CLC.
Wie die Unternehmen am Montagabend mitteilten, hat Bluebull mit Altaktionären einen bedingten Aktienkaufvertrag über 53 Prozent an der CLC abgeschlossen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.
Der mit 22 Prozent bisher größte CLC-Aktionär, die Beko-Holding, ist dem Vernehmen nach nicht unter den Verkäufern.
Bluebull will Pflichtangebot an Aktionäre umgehen
Ein Pflichtangebot an die Kleinaktionäre will Bluebull durch eine
Ausnahmeregelung im österreichischen Übernahmegesetz umgehen, wonach
bei "Übernahme einer kontrollierenden Beteiligung zu
Sanierungszwecken eine Freistellung von der Anbotspflicht erfolgen
kann". Ob Bluebull tatsächlich kein Pflichtangebot legen muss,
entscheidet die Übernahmekommission.
BluebullSchwere Verluste 2002
Die durch die Telefonauskunft "11 88 99" bekannte CLC hat in den ersten drei Quartalen 2002 schwere Verluste hinnehmen müssen.
Das Minus beim Betriebsergebnis [EBIT] vergrößerte sich in den ersten neun Monaten im Periodenvergleich von 0,920 auf 8,499 Mio. Euro.
Erst Ende November war der bisherige CLC-Chef Cevdet Carner zurückgetreten, davor hatte bereits Finanzvorstand Manfred Schauberger das Unternehmen verlassen.
Zugesetzt hat CLC vor allem die 2001 übernommene deutsche Camelot. Nach massiven Restrukturierungsschritten hat CLC die ehemals auf dem Neuen Markt in Frankfurt notierte Münchner Tochter Mitte Dezember 2002 in den Ausgleich geschickt.
CLC
