OS/2 will nicht sterben
Das mehrfach totgesagte Betriebssystem OS/2 will nicht untergehen: Trotz mehrerer Ankündigungen IBMs, OS/2 bald nicht mehr unterstützen zu wollen, gibt es immer noch einige sehr treue Kunden.
IBM Deutschland gab schließlich vor zwei Wochen eine Erklärung ab, es sei nicht geplant, die Vermarktung von OS/2 einzustellen. Vielmehr wolle man nur die vollständigen Pakete mit Schachtel und Dokumentation aus dem Programm nehmen. Software und Manuals seien weiterhin per Download oder auf CD erhältlich.
IBM will OS/2 weiter anbietenÄra geht zu Ende
Dennoch gehe "früher oder später eine Ära zu Ende", wie es Georg Haschek, einst zuständig für die Vermarktung von OS/2 in Österreich und Osteuropa, im Gespräch mit der futureZone ausdrückt. Sowohl server- als auch clientseitig sei OS/2 noch im Einsatz. Vor allem Banken, Versicherungen und Spitäler würden das Betriebssystem immer noch verwenden.
Der derzeitige Stand laute OS/2 Warp 4 samt zahlreichen Fixes und Erweiterungen, so Haschek. Die vielfach kolportierte Version Warp 5 wurde nie realisiert. "OS/2 war das erste System, das als komplette Lösung auf den Markt kam. Features wie Spracherkennung, einer der ersten Browser und native TCP/IP-Unterstützung wurden bereits 1996 in Warp 4 implementiert." Warp 3 samt Internet-Tool wurde 1994 gelauncht.
Kunden wechseln zu Linux und Windows
Bis 31. Dezember 2004 könne die Lizenz noch erneuert werden. Danach seit das Ende des Produktzyklus allerdings noch nicht erreicht; für einige weitere Jahre wird der Support weiter bestehen. Haschek geht davon aus, dass OS/2-Kunden serverseitig zu Linux ["auf Grund der Stabilität"] sowie clientseitig zu Windows wechseln werden.
In einigen Bereichen wird OS/2 jedoch darüber hinaus bestehen. So laufen viele Bankomaten und Robotersteuerungen unter OS/2 - hier handelt es sich aber bereits um "Black Boxes", in denen OS/2 von Softwarespezialisten derart angepasst und umgemodelt wurde, dass sie nur noch von diesen betreut werden können.
Die OS/2-Timeline
