17.12.2002

WIRE & LESS

Bildquelle: fuZo

Pentagon sieht WLAN als Bedrohung

Nach einem Bericht der "New York Times" sieht das US-Verteidigungsministerium eine neue Gefahr für die nationale Sicherheit heraufziehen.

Die Militärs glauben, dass durch die zunehmende Verwendung von WLAN bis zu zehn Radartypen für die Luftraumüberwachung und die Steuerung von Raketen gestört werden könnten. Die US-Regierung will daher eine internationale Begrenzung des Frequenzspektrums im 5-GHz-Bereich für WLAN durchsetzen.

Die betroffenen Frequenzbänder wurden allerdings schon in Europa für den zivilen Gebrauch freigegeben. Die US-Industrie befürchtet durch diese regulierenden Eingriffe ein Abwürgen eines Hoffnungsmarktes für die IT-Industrie.

Heftige Ablehnung der europäischen Staaten

Allerdings stieß dieser Wunsch auf die heftige Ablehnung der europäischen Staaten. Ein endgültiges Ergebnis wird nicht vor der Jahreskonferenz der Organisation im Juni 2003 erwartet.

Das Militär will zusätzlich von den US-Unternehmen eine weitere Einschränkung der Sendeleistung für Wi-Fi-Geräte erreichen. So sollen sich die zivilen Systeme automatisch einen anderen Kanal suchen, sobald sie ein militärisches System in der Nähe feststellen. Zwar sind solche Systeme bereits in Europa gebräuchlich. Das US-Militär wünscht sich aber, dass die Geräte empfindlicher eingestellt werden als bisher.

Die Industrie lehnt diese Wünsche ab, da mit diesen Einschränkungen alle Geräte auf ein geringes Spektrum begrenzt würden und die Qualität der WLAN-Service leidet.

Bedeutung von WLAN

Vertreter der IT-Industrie wie Microsoft und Intel haben daher bei einem Treffen im Pentagon die Bedeutung dieser Technologie betont und sich gegen eine ihrer Ansicht nach restriktive Regierungsinitiative ausgesprochen.

In der nächsten Kongress-Session, die im Jänner beginnt, wollen die demokratische Senatorin Barbara Boxer und der republikanische Senator George Allen einen Gesetzesvorschlag einbringen, der das Frequenzspektrum, das für den Gebrauch von drahtlosen Netzwerken genutzt werden kann, erweitern soll.