Eine Polizeistreife fürs Internet
Bereits seit einiger Zeit ist in Deutschland eine Polizeieinheit auf virtueller Streife unterwegs.
Der deutsche Bund und Länder haben die Zentralstelle für anlassunabhängige Recherche in Datennetzen [ZaRD] vor vier Jahren nach "zunehmendem Aufkommen des Online-Verkehrs" gegründet.
"Jeden Tag surfen rund 20 Beamte durchs Internet und suchen unabhängig vom Anlass nach möglichen Straftatbeständen", sagt Christian Brockert, Sprecher des Bundeskriminalamts. Die "Streife im Internet" überprüfe Internet-Seiten und suche diverse Chaträume ab.
In Chats und Newsgroups
Auch Newsgroups seien im Visier der Fahnder. In ihnen tauschen
sich Gleichgesinnte zu einem bestimmten Thema aus. Über die weitere
Vorgehensweise wollte Brockert keine Angaben machen, um "die
polizeilichen Ermittlungen nicht zu gefährden".
BundeskriminalamtFür die Online-Streife müsse kein Delikt zur Anzeige gebracht worden sein, wie auch in dem Fall des 41-jährigen Computerexperten und Kannibalen in Rotenburg, sagte Brockert. Täter und Opfer sollen einander über eine Kontaktanzeige im Internet kennen gelernt haben.
Die Aufdeckung des mutmaßlichen Täters im so genannten Kannibalismus-Fall von Rotenburg ist laut Brockert ein Beleg für den Erfolg einer spezialisierten Internet-Fahndungsgruppe. Ein Bürger habe die Computerexperten der Polizei auf die Spur des 41-jährigen Tatverdächtigen gebracht.
Keine Anonymität des Internets
"Die meisten versuchen sich in der Anonymität des Internets zu verstecken. Im Internet hinterlässt aber jeder Spuren, die wir dann verfolgen", so Brockert.
Hinweise aus der Bevölkerung für kriminalistische Vorgänge im Internet sind nach Aussage des BKA-Sprechers keine Seltenheit. "Das ist oft der Fall", sagte Brockert. So riefen zum Beispiel regelmäßig Journalisten in der Pressestelle an, die bei ihren Recherchen auf mutmaßliche kinderpornografische Seiten gestoßen seien.
