AT&S Shanghai nimmt Betrieb auf
Die größte heimische Industrieinvestition in China, eine Fabrik des steirischen Leiterplattenherstellers AT&S, hat plangemäß den Betrieb aufgenommen.
Die ersten in Shanghai produzierten Muster werden von AT&S-Kunden gerade Qualitätsüberprüfungen unterzogen, die Serienfertigung soll im Frühjahr 2003 beginnen, sagte der AT&S-Vorstandsvorsitzende, Willi Dörflinger, gestern in Wien.
Die Investitionskosten für die erste Phase würden zudem statt der bisher veranschlagten 145 Mio. Euro voraussichtlich nur etwa 130 Mio. Euro betragen.
Als Grund für diese erwartete Verringerung der Investitionskosten gab Dörflinger gefallene Preis für die benötigte maschinelle Ausrüstung an. Gleichzeitig halte aber auch der Preisdruck auf dem Leiterplattenmarkt unverändert stark an. "Wir hoffen, dass wir über das nächste Jahr im Durchschnitt nicht mehr als zehn Prozent bei den Preisen verlieren", sagte Dörflinger. AT&S rechnet für das laufende Geschäftsjahr unverändert damit, den Umsatz des Vorjahres halten, aber eine "höhere Profitabilität" erreichen zu können.
AT&S beginnt Werksbau in ChinaKosten noch unklar
Derzeit sind in Shanghai bereits rund 250 Mitarbeiter beschäftigt. Wie stark die Anlaufkosten der nächsten Monate die Bilanz des laufenden Geschäftsjahres [per 31. März] belasten werden, wollte Dörflinger nicht schätzen:
"Wir wissen nicht, ob uns der Start in China 800.000 Euro oder 1,5 Mio. Euro pro Monat kosten wird." Im Jahr 2004/05 soll Shanghai einen Umsatzbeitrag von mehr als 100 Mio. Euro erwirtschaften und bereits profitabel arbeiten.
Die gegenwärtige Auslastung der AT&S-Werke in der Steiermark bezeichnete Dörflinger als "sehr gut", allerdings wisse man nicht, wie das Weihnachtsgeschäft verlaufen werde. Wie hoch das Ergebnis des Vorjahres übertroffen werde, hänge wesentlich vom tatsächlichen Weihnachtsgeschäft und den Kosten des Werks in China ab, unterstrich der AT&S-Manager. Mittel- bis langfristig will der Leiterplattenproduzent seine Abhängigkeit vom Telekommunikationsgeschäft verringern. Statt wie bisher 60 Prozent sollen in vier Jahren "nur" die Hälfte des Umsatzes mit der Handyindustrie gemacht werden - die anderen 50 Prozent sollen von Kunden in Autoindustrie und Regeltechnik kommen.
