Pornofilter an US-Schulen zu restriktiv
Die in vielen US-Bibliotheken und -Schulen installierten und meist auf höchste Sicherheitsstufe eingestellten Internet-Filter schießen meist weit über ihr Ziel hinaus, um Minderjährigen den Zugang zu pornografischen Inhalten zu verwehren.
Die Software blockiert dabei gleich alle Seiten, welche die Schlüsselwörter "Safe Sex", "Condoms", "Abortion", "Gay" oder "Lesbian" enthalten.
Darauf weist eine aktuelle Studie der Kaiser Family Foundation hin.
Filter-Software gegen anstößige Inhalte
Der "Children's Internet Protection Act" aus dem Jahr 2000
verpflichtet alle aus Bundesmitteln geförderten Schulen und
Bibliotheken der USA dazu, Filter-Software gegen anstößige Inhalte
zu verwenden. Das Gesetz wurde zwar heuer für verfassungswidrig
erklärt, das Justizministerium zog daraufhin aber vor den Supreme
Court, wo es erst Anfang kommenden Jahres erste Anhörungen geben
soll.
Children's Internet Protection ActNiedrigste Sicherheitsstufe völlig ausreichend
Rund ein Viertel aller Seiten zum Thema Gesundheit fallen der Filterzensur zum Opfer, darunter auch die Hälfte aller Angebote mit Informationen zum Thema Safer Sex.
Die Kaiser-Stiftung stellte bei ihrer Untersuchung fest, dass durch restriktivere Voreinstellungen in der Filter-Software die Zahl der abgewiesenen seriösen Sites drastisch von 1,4 Prozent auf 25 Prozent steigt, wohingegen auch auf der niedrigsten Stufe fast ebenso viel Pornografie geblockt wird wie auf der höchsten [87 und 91 Prozent].
Den Anwendern empfiehlt die Studie daher, ihre Software entsprechend herunterzustufen, um möglichst viele Gesundheitsinformationen durchzulassen.
Aufklärung via Internet
Caroline Richardson, Mitautorin des Berichts und
Wissenschaftlerin an der University of Michigan, hält das für fatal:
"Viele Teenager wagen sich mit sexuellen Fragen nicht zum Arzt, weil
sie sich schämen oder um die Vertraulichkeit sorgen, und für diese
ist das Internet eine wichtige Quelle, um Antworten auf diese Fragen
zu bekommen."
Kaiser Family Foundation
