Microsoft soll Linux-Software bringen
Analysten des Markforschers Meta Group wagen in einer aktuellen Studie die Prognose, dass Microsoft in absehbarer Zeit auch Software für Linux anbieten wird.
Ursache für diesen Schritt soll demnach schlicht und einfach die wachsende Überlegenheit des alternativen Betriebssystems auf dem Servermarkt sein. Hier prophezeit die Meta Group schon für 2004 die ersten MS-Linux-Produkte.
"Wir glauben, dass MS und seine Partner ab Ende 2004 eine Reihe von Anwendungen auch auf Linux-Basis anbieten werden. Das sollte schrittweise die wichtigen Back-Office-Produkte Microsofts betreffen, darunter SQL Server, IIS und Exchange", heißt es in einem Statement der Meta Group.
Die Marktforscher gehen davon aus, dass bis 2007 jeder zweite neue Server unter Linux an den Start gehen wird.
Meta GroupMS dementiert
"Mir ist derzeit [!] kein Plan bekannt, irgendwelche Produkte auf Linux-Basis zu bringen", dementierte Peter Houston von der Server-Abteilung Microsofts inzwischen die Aussagen der Meta Group. Dabei fällt allerdings die Formulierung "at this time" auf.
"Wir haben bisher auf Windows gesetzt und wir glauben daran, dass unsere Kunden auf dieser Basis gute Produkte bekommen", fügte er hinzu.
Microsoft hat sich erst kürzlich in einer teilweise vom Konzern finanzierten Studie bestätigen lassen, dass Linux beim Einsatz auf Unternehmensservern "langfristig höhere Kosten als das Microsofts-Betriebssystem Windows 2000" verursacht.
Bei den Webservern hat Linux dagegen auch in dieser Studie besser abgeschnitten als Windows 2000 und sechs Prozent weniger Kosten erzeugt.
"Windows-Server billiger als Linux"MS-Propagandafront bröckelt
Microsoft kann auf eine lange Geschichte des "Linux-Bashings" zurückblicken. Zuletzt hat Microsoft-Chef Steve Ballmer die MS-Mitarbeiter im Oktober zum verstärkten Kampf gegen Linux und andere freie Open-Source-Software aufgerufen:
"Wir haben unserer Vertriebsmannschaft gesagt, dass sie verstehen muss, dass das [der Kampf gegen Linux] jetzt Aufgabe Nummer eins ist. Die Leute sagen immer wieder, dass es einfacher sei, Unix-Anwendungen auf Linux zu übertragen. Wir sind jetzt ganz dicht dran, diese Aussage zu widerlegen."
Gleichzeitig sendet der Konzern in letzter Zeit aber auch andere Signale aus: Im November hat MS in einem internen Papier angeblich die Nutzlosigkeit der verbalen Angriffe gegenüber der Open-Source-Gemeinde festgestellt.
Und im Sommer stellte Ballmer auf einer Konferenz fest, dass das bisher von Microsoft vor allem als unsicher, teuer und innovationshemmend bezeichnete Open-Source-Projekt den Konzern sogar in eine "ganz neue Gedankenwelt" geführt habe.
Ballmer ruft zum Kampf gegen Linux auf
