06.12.2002

UNIQUE

Bildquelle: PhotoDisc

Smarte E-Mail-Adressen gegen Spam

Aufdringliche Werbesendungen per E-Mail werden immer mehr zur Plage im Internet.

Eine Software, die für jede gesendete E-Mail eine einmalige Absenderadresse generiert, könnte nach Meinung von US-Forschern dabei helfen, das lästige Spam-Problem in den Griff zu bekommen.

Verschlüsselte Regeln, versteckt in der Absenderadresse sollen dabei festlegen, wer auf die E-Mail antworten darf und wie viele Antworten gesendet werden dürfen.

Genaue Antwortbedingungen

Es gibt zwar bereits einige Online-Services, wie SpamEx und SneakMail, die einmalige Wegwerf-Adressen für User zur Verfügung stellen. Doch bisher war es nicht möglich, so strenge Regeln für Antworten festzusetzen.

Ein Nutzer könnte sich zum Beispiel so gefahrlos für einen monatlichen Newsletter anmelden, indem er die Quelle des Newsletters genau spezifiziert und festlegt, dass von dieser Quelle nur zwölf Nachrichten binnen eines Jahres empfangen werden dürfen.

Würde seine Adresse Spammern in die Hand fallen, würde die Software deren Nachrichten blockieren, noch bevor sie in die Inbox des Nutzers gelangen können.

Fälschung dank Verschlüsselung unmöglich

Die generierten Einzweck-Adressen setzen sich aus einigen Dutzend Zeichen vor dem @-Symbol zusammen. Mittels eines geheimen kryptografischen Schlüssels werden die Antwortbedingungen verschlüsselt, sodass Spammer die Adressen nicht fälschen können.

Die E-Mail-Adresse könnte so jederzeit im Internet publiziert werden, ohne dass dadurch eine Spam-Lawine ins Rollen gerät. Für den privaten Gebrauch könnte man weiterhin eine einfache Adresse ohne Reglementierungen verwenden.

Experten zweifeln

Doch Experten zweifeln, ob diese Lösung ausreicht, um den Spammern das Geschäft zu vermiesen.

"Damit könnte man zwar verhindern, dass neue Adressen mit Werbemails zugemüllt werden", meint Scott Hazen Mueller, Gründer der "Coalition Against Unsolicited Commercial Email". "Doch 'normale' Mail-Adressen könnten weiterhin versehentlich offen gelegt werden."

Piete Brooks, Netzwerk-Spezialist an der britischen Universität Cambridge, sieht wiederum in der Benutzerfreundlichkeit das größte Problem des neuen Systems.

"Wenn jemand nicht bemerkt, dass die Adresse nicht die Standard-Mail-Adresse des Absenders ist, und sie seinem Adressbuch hinzufügt, scheitert jeder Versuch, später eine Mail an diese Adresse zu schicken."