FT erwartet 2002 Rekordverlust
Der französische Telefonkonzern France Telecom will nach einem Rekordverlust von bis zu 20 Mrd. Euro mit einem harten Sanierungskurs aus der Krise kommen.
Wie der UDF-Abgeordnete Charles de Courson der Nachrichtenagentur AFP sagte, bezifferte Firmenchef Thierry Breton bei einer Anhörung im Finanzausschuss der Pariser Nationalversammlung den laufenden Jahresverlust von France Telecom mit 18 bis 20 Mrd. Euro.
Das Pariser Finanzministerium erklärte, die bisherige Staatsmehrheit sei "einer der Gründe für die gegenwärtige Finanzkrise" bei dem unter der Rekordlast von 70 Mrd. Euro leidenden Konzern.
Nach dem am Donnerstag in Einzelheiten bekannt gewordenen Sparplan schloss der französische Staat erstmals eine mehrheitliche Privatisierung von France Telecom nicht mehr aus. Finanzminister Francis Mer bezeichnete einen geplanten Staatszuschuss von neun Mrd. Euro als "Investition" vergleichbar dem Bau einer Autobahn.
FT-Mehrheitsprivatisierung möglichKeine direkten Kündigungen
Mer betonte heute, dass der von Konzernchef Breton am Mittwochabend vorgestellte Sanierungsplan "keine direkten Kündigungen" vorsehe.
Sollte France Telecom zusätzliche Finanzmittel benötigen, um sich zu entwickeln, so könne der Staat seine Beteiligung an dem Betrieb künftig unter die Schwelle der 50 Prozent senken, fügte Mer hinzu.
Der mit Spannung erwartete Plan des neuen Konzernchefs Breton sieht vor, den Schuldenberg von France Telecom bis zum Jahr 2005 mit drei je 15 Mrd. Euro schweren Schritten deutlich zu verringern: So sollen unter anderem die Eigenmittel des Unternehmens um 15 Mrd. Euro aufgestockt werden. Dazu trägt der französische Staat als Großaktionär neun Mrd. bei. Diese Finanzspritze soll über die Zwischengesellschaft ERAP abgewickelt werden, die vor Jahren für den Ölkonzern Elf gegründet worden war.
Kapitalerhöhung und Staatskredit für FTOrange baut weltweit 2.000 Stellen ab
Die FT-Mobilfunk-Tochter Orange baut unterdessen weltweit bis zu 2.000 Stellen ab. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in Paris mit. Davon seien 700 bis 800 Stellen bereits gestrichen.
Orange berichtete außerdem, die UMTS-Pläne für den Mobilfunk der dritten Generation außerhalb von Großbritannien hinausschieben zu wollen. In Schweden sei das UMTS-Vorhaben auf Eis gelegt worden.
Der derzeitige Generaldirektor Jean-Francois Pontal wird das Unternehmen im Frühjahr 2003 verlassen. Sein Nachfolger werde Anfang des Jahres ernannt.
