Alternative fordern Telekom-Minister
"Die für Österreich so wichtige Telekombranche steht vor entscheidenden Weichenstellungen. In dieser Situation können diese für den gesamten Wirtschaftsstandort Österreich bedeutenden Agenden nicht weiterhin nebenbei erledigt werden", teilte heute UTA-Vorstand Romed Karre anlässlich seiner Wahl zum Präsidenten des Verbandes der alternativen Telekom-Netzbetreiber [VAT] in einer Aussendung mit.
"Wir brauchen einen eigenen Minister oder Staatssekretär für den Bereich Telekom, IT und Innovationen, der die Branche kennt und sich für sie einsetzt", heißt es dort weiter.
Zu Vizepräsidenten des VAT wurden Jorgen Bang-Jensen, Geschäftsführer von Connect Austria/One, und Hubertus Hofkirchner, Geschäftsführer der Telering, gewählt. Dem nunmehr achtköpfigen Vorstand gehören neben dem Präsidium noch Alfred Pufitsch [Colt], Achim Kaspar [Etel], Günther Ottendorfer [T-Mobile], Norbert Wieser [Tele2] und Thomas Hintze [Telekabel] an.
VATAlternative Einmaleins
Hintergrund von Karres Aussagen ist die derzeit anstehende und bis Juli 2003 verpflichtend umzusetzende Neugestaltung des österreichischen Telekom-Rechts auf Grund von EU-Vorgaben.
Ein erster Entwurf des Infrastrukturministeriums wurde vom VAT in grundlegenden Bereichen kritisiert, weil er "für die bekannten Probleme wie zum Beispiel lange Verfahrensdauern, fehlende Durchsetzungsmöglichkeiten und Überwälzung der Überwachungskosten keine Lösungen vorgesehen" habe.
"Mein Ziel als Präsident des VAT ist es, dass das alternative Einmaleins des Wettbewerbs in Österreich endlich gelernt und damit die Nachhaltigkeit der Liberalisierung sichergestellt wird", sagte Karre dazu.
Debatten über neues Telekom-Gesetz"Bettvorleger statt Tiger"
Der Fachverband der Telekom- und Rundfunkanbieter in der Wirtschaftskammer Österreich [WKÖ] hatte im September den TKG-Entwurf ebenfalls heftig krtitisiert: "Eine positive Entwicklung des österreichischen Telekommunikationsmarktes auf Grund des Entwurfs ist nicht zu erwarten." Wesentliche Probleme der Betreiber würden in dem Entwurf nicht behandelt oder sogar verschärft.
"Wir sind wie ein Tiger losgesprungen und als Bettvorleger gelandet. Die Branche ist frustriert nach all dem Aufwand, den sie getrieben hat", meinte unterdessen One-Sprecher und Telekom-Rechtsexperte Martin Sprinzl.
Werde das Gesetz so umgesetzt, würde das Tagesgeschäft der Telekom-Betreiber massiv beeinträchtigt. "Die erweiterte Informationspflicht ist für die Großen viel Arbeit und stellt für die Kleinen die Frage, ob sie in diesem Konzert überhaupt mitspielen wollen", kritisiert Sprinzl.
TKG ist "Bettvorleger statt Tiger"
