01.12.2002

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Bildquelle: fuZo

Vegas-Kasinos setzen auf das Internet

Las Vegas lebt vom Glücksspielen, hinter den glitzernden Fassaden finden sich dutzende Wege dieser Leidenschaft zu frönen.

Doch bis jetzt sind die Unterhaltungskonzerne, die die Vegas-Kasinos betreibern, eher zurückhaltend ihre Geschäfte auf das Internet auszuweiten.

Schuld an der Zurückhaltung ist die Justiz. Sowohl der Betrieb als auch das Spielen in einem Online-Kasino sind in den USA verboten.

Einer der führenden Spielhallen- und Hotelbetreiber in Las Vegas, MGM Mirage, hat nun das Match um das Online-Zocken mit einer Kampfansage an die Konkurrenz und die Regulatoren begonnen.

Gerichtsstand: Isle of Man

Nach zwei Jahren der Planung wurde das Online-Projekt schießlich vor zwei Monaten mit Gerichtsstand auf der Isle of Man in der Irischen See gestartet. Auf der Seite finden sich insgesamt 19 Spiele, von Black Jack über Superball bis Jokerpoker, die zum reinen Vergnügen gespielt werden können.

Die Spiele sind offen für jedermann ab 18 Jahren, aber nur Personen aus sechs Ländern ausserhalb der USA dürfen auch Geld setzen. Das gilt für die Internet-Nutzer aus Grossbritannien, Portugal, Spanien, Irland, Südafrika und Neuseeland.

Um US-Bürgern den Zutritt zum Online-Glücksspiel zu verwehren, nutzt MGM eine Software, die zur geografischen Verifizierung eingesetzt wird.

"Wir sind zu 99,9 Prozent sicher, dass unser System jeden erwischt, der das Mindestalter nicht erfüllt oder versucht von Orten zu spielen, wo es gesetzlich bisher nicht erlaubt ist, " sagt Bill Hornbuckle of MGM Mirage Online.

MGM riskiert guten Ruf

Doch trotz aller Zuversicht nimmt die MGM-Mirage-Gruppe mit dem Online-Kasino ein hohes Risiko auf sich.

Entwickelt sich das Geschäft zum Erfolg, kann Mirage zwar auf dem drei bis vier Milliarden USD schweren Online-Wetten-Markt mitmischen, geht das Konzept jedoch nicht auf, könnte Mirage seinen wertvollen guten Ruf verlieren und sich somit selbst Steine in den Weg legen.

Die Konkurrenz beäugt das Projekt erst einmal vorsichtig. "Wir haben die letzten 65 Jahre gebraucht um unser Unternehmen aufzubauen, " erklärt David Strow von Kasinobetreiber Harrah's Entertainment. "Wir haben über 24 Kasinos in den USA und haben dafür Milliarden an USD investiert.

Doch für jedes unserer Kasinos brauchen wir eine Lizenz des jeweiligen Bundesstaates. Würden wir mit dem Versuch das Las-Vegas-Glücksspiel auf das Internet auszudehenen gegen irgendwelche rechtlichen Vorschriften verstoßen, könnten wir unsere Lizenz und somit unsere Geschäftsgrundlage verlieren."

Weitere Lizenzen bereits beantragt

MGM versucht rechtliche Bedenken mit der Aussicht auf fette Einnahmen zu zerstreuen. Dies scheint auch die Konkurrenz zu reizen.

Zwei weitere US-Kasinobetreiber wollen es dem Kasino-Giganten bereits gleichtun: Park Place Entertainment und Harrah's haben schon Lizenzen auf der Isle of Man beantragt und andere dürften noch folgen.

"Die Kasinos aus Las Vegas haben den Riesenvorteil, legal zu sein und Gewinne zuverlässig auszuzahlen. Sie verfügen bereits über umfangreiche Kundendatenbanken und existieren auch in der realen Welt außerhalb des Internets. Ich glaube doch, dass noch viele weitere Kasinos in das Geschäft einsteigen werden," sagt Anwalt Cabot.