"Finanzieller Albtraum jedes Amerikaners"
In den USA ist der bisher größte Fall von "Identitätsdiebstahl" aufgedeckt worden - jedenfalls was die Zahl der Betroffenen angeht.
Dabei sind Zehntausende Amerikaner um "Millionen USD" gebracht worden. Wie die zuständige Staatsanwaltschaft in New York mitteilte, wurden zwei der mutmaßlichen Täter festgenommen.
Sie hatten sich die vertraulichen Daten wie Sozialversicherungsnummern und Kreditwürdigkeitsangaben von mindestens 30.000 Menschen besorgt und damit laut Staatsanwaltschaft "deren Bankkonten geleert und mit deren Kreditkarten eingekauft". Staatsanwalt James Comey sprach am Montag von dem "finanziellen Albtraum" eines jeden Amerikaners.
In den USA ist "Identitätsdiebstahl" ein seit Jahren stark wachsender Kriminalitätsbereich. Erleichtert wird das dadurch, dass es in den USA keinen einheitlichen Ausweis gibt und für viele Transaktionen nur die Sozialversicherungsnummer als Kontrolle verlangt wird. Dagegen gehen Gruppen wie die "Authentication Program Group", der unter anderem Visa und American Express angehören, vor. Zuletzt wollten sie ihre Daten aber auch im "Kampf gegen den Terrorismus" einsetzen.
"Terroristenjagd" mit KundendatenKredikartenspezialist
Nach den Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der 33-jährige Haupttäter bei der Softwarefirma TCI gearbeitet. Deren Software erlaubt es Firmen wie etwa dem Autokonzern Ford, bei großen Kreditprüfungsunternehmen in den USA Angaben über die Zahlungsmoral der Kunden zu erhalten.
Der Mann leitete diese Angaben über die Kreditwürdigkeit an seinen Komplizen Linus Baptiste weiter, der sie mit persönlichen Daten wie Sozialversicherungsnummern und Adressen abglich.
Das kombinierte Datenpaket wurden dann für 60 USD pro Person verkauft. Die Käufer erhielten so Zugriff auf die Bankkonten ihrer Opfer und konnten damit sogar neue Kreditkarten beantragen.
TCIPromi-Opfer
Der bis dato "größte Identitätsdiebstahl über das Internet" wurde erst im Oktober vor einem US-Gericht verhandelt.
Ein Hilfsarbeiter, der "die reichsten" Amerikaner beraubt haben soll, hat sich dabei in allen Anklagepunkten schuldig bekannt.
Die Anklage beschuldigt den 32-Jährigen, sich online zahlreiche Kreditkartendetails von durchwegs reichen und teilweise prominenten Amerikanern verschafft und durch deren Verwendung einen Schaden von 80 Millionen USD angerichtet zu haben.
Die Schadenssumme wurde vor allem durch Überweisungen auf eigens angelegte Konten erreicht. Die entsprechenden Konten hatte der Angeklagte wiederum unter verschiedenen gestohlenen Identitäten eröffnet.
Hilfsarbeiter stahl Promi-Identitäten
