Zügige Sanierung der MobilCom geplant
Der angeschlagene Mobilfunk-Anbieter MobilCom setzt nach der langerwarteten Einigung mit Großaktionär France Telecom auf eine zügige Sanierung.
"Das wird jetzt alles sehr schnell gehen", sagte Unternehmenssprecher Matthias Quaritsch in Büdelsdorf. Die Aufmerksamkeit der Aktionäre und Finanzmärkte richtet sich nun auf den kommenden Donnerstag, an dem MobilCom seine Neun-Monats-Zahlen veröffentlichen will. Daraus wird sich ablesen lassen, wie stark die Krise das Geschäft des Mobilfunkunternehmens beeinträchtigt hat.
Schwierige Kundenakquisition
Bereits im ersten Halbjahr hatte sich abgezeichnet, dass die
mögliche Insolvenz des Unternehmens und die monatelange Präsenz in
den Schlagzeilen es für MobilCom zunehmend schwieriger machte, neue
Kunden zu gewinnen.
MobilComFrance Telecom hatte am Freitag nach langem Zögern und zähen Verhandlungen dem Sanierungsplan zugestimmt. Das kostet die Franzosen rund sieben Milliarden Euro und macht MobilCom zu einem weitgehend schuldenfreien Unternehmen.
Die Gläubigerbanken verlängerten am selben Tag ihre Großkredite über 4,7 Milliarden Euro nochmals um eine Woche. Diese Unternehmensschulden wird France Telecom übernehmen, sowie weitere Lieferantenkredite von Nokia und Ericsson und eigene Kredite an MobilCom.
Teure UMTS-Lizenz
Der geplante Einstieg in den neuen Mobilfunkstandard UMTS ist für MobilCom vom Tisch. Sollte sich noch die Möglichkeit ergeben, Teile des halbfertigen UMTS-Netzes oder die teure UMTS-Lizenz zu verkaufen, so geht der Erlös zu 90 Prozent an France Telecom.
