Ex-Mannesmann-Manager vor Anklage
In der Mannesmann-Affäre müssen sechs der elf Beschuldigten nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" noch vor Weihnachten mit einer Anklage rechnen.
Es gehe dabei um Untreue zu Lasten der Mannesmann AG im Zusammenhang mit der Übernahme durch Vodafone im Jahr 2000, schreibt das Magazin in seiner jüngsten Ausgabe.
Mit einer Anklage müssen laut "Focus" unter anderem Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser, der damalige Aufsichtsratschef Joachim Funk, IG-Metall-Chef Klaus Zwickel, der heutige Deutsche- Bank-Chef Josef Ackermann sowie der Ex-Betriebsratschef Dieter Ladberg rechnen. Sie alle weisen die Vorwürfe zurück.
30 Mio. Euro nach Abgang
Esser hatte jeweils rund 15 Mio. Euro als Abfindung und
Anerkennungsprämie erhalten. Diese sowie andere Zahlungen an weitere
Mannesmann-Manager und Pensionäre von insgesamt 110 Mio. Euro hatten
die übrigen Beschuldigten laut Staatsanwaltschaft im "Ausschuss für
Vorstandsangelegenheiten" genehmigt oder passieren lassen.
VodafoneÜbernahme für 180 Mrd. Euro
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft ist dem "Focus" zufolge bereits fertig. Nun müsse das Landgericht Düsseldorf klären, ob die Anklage zugelassen wird. Nach der Terminplanung der Düsseldorfer Justiz könne die Hauptverhandlung frühestens im Sommer 2003 beginnen.
Vodafone hatte Mannesmann in der teuersten Übernahme der Wirtschaftsgeschichte Anfang Februar 2000 nach einer dreimonatigen Abwehrschlacht für rund 180 Mrd. Euro erworben.
Nachdem die Zahlung der Millionensummen bekannt geworden war, nahm die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts der schweren Untreue auf. Der Vorwurf der Bestechlichkeit Essers wurde inzwischen fallen gelassen.
Esser klagt zurück
Esser hat alle Anschuldigungen zurückgewiesen und selbst das Land Nordrhein-Westfalen unter anderem wegen Rufschädigung verklagt.
