21.11.2002

BALKANFUNK

Bildquelle: MA

Mobilkom orientiert sich nach Süden

Die BA-CA und die Mobilkom Austria haben heute Vormittag eine gemeinsame Pressekonferenz veranstaltet, um die kurz vor Vertragsabschluss stehende Refinanzierung der kroatischen Mobilkom-Tochter VIPnet im Ausmaß von 150 Millionen Euro zu präsentieren.

Bereits im Jahr 1999 hatte die Bank Austria als Syndikatsführer eine Projektfinanzierung für VIPnet über 120 Millionen Euro organisiert. Damals hatte die Mobilkom 30 Prozent an VIPnet gehalten. 2001 wurde diese Finanzierung um 50 Millionen erweitert.

Heute hält die Mobilkom 71 Prozent an VIPnet, 19 Prozent gehören dem Telering-Eigentümer Western Wireless International [WWI], das restliche Zehntel einer kroatischen Tageszeitung.

Erfolgreichstes Mobilfunk-Start-up

VIPnet ist laut Mobilkom das "erfolgreichste Mobilfunk-Start-up Europas". Die Zahlen sind in der Tat beeindruckend. Nur drei Jahre nach Start [1999] hat VIPnet bereits über eine Million Kunden, ein Ziel, das ursprünglich erst für 2010 anvisiert worden war.

Der Marktanteil ist mit 48 Prozent fast so hoch wie jener des einzigen Konkurrenten, HT Cronet [Enkeltochter der Deutschen Telekom]. Das ARPU [Umsatz pro Kunde] im Prepaid-Segment [85 Prozent der VIPnet-Kunden] ist höher als jenes in Österreich, und jeder kroatische Kunde verschickt statistisch 70 SMS pro Monat.

Bereits im zweiten Jahr war das EBITDA [Gewinn vor Zinsen, Steuern, und Abschreibungen] positiv, und das EBIT [Gewinn vor Zinsen und Steuern] konnte allein im dritten Quartal 2002 auf 36 Millionen Euro gesteigert werden, ein Plus von 80,9 Prozent im Jahresvergleich.

Bosnien-Herzegowina und Serbien besonders interessant

Die weitere strategische Ausrichtung der Mobilkom wird sich auf weitere Staaten Ex-Jugoslawiens konzentrieren. In Bosnien und Serbien hätte man "einen Fuß in der Tür", sagte Nemsic. "Falls sich eine Möglichkeit eröffnet, sind wir jederzeit bereit, zu reagieren."

Das könne der Erwerb einer Lizenz oder von Anteilen an bestehenden Mobilfunk-Netzbetreibern sein. Allerdings stellte er auch klar: "Wir sind an keinen vierten Lizenzen irgendwo interessiert."

Aus diesem Grund hat der österreichische Mobilfunk-Marktführer auch kein Interesse an den Märkten in Tschechien und Ungarn mehr. "Wir haben uns dort um Lizenzen beworben und sind nicht zum Zug gekommen. Das war's", machte Nemsic die Ausrichtung auf Märkte deutlich, in denen die Penetrationsrate noch relativ niedrig ist.

Problematisch auf den südosteuropäischen Märkten sind aus Sicht der Mobilkom die "Inaktivität der Regulatoren", die monopolistischen Verhaltensweisen der Netzbetreiber sowie die unklare UMTS-Lizenzpolitik.