Unternehmens-Sites weiter ungenügend
Die Internet-Auftritte der 500 größten heimischen Unternehmen sind unzureichend. Besonders schlecht ist die Bearbeitung von Anfragen über das Internet.
Zu diesem Urteil kommt jedenfalls die Studie "Webcheck.2002", für die Roland Berger und Diamond-Dogs Österreichs "Top 500" befragt haben.
320 Unternehmen haben den Fragebogen beantwortet, danach wurden deren Webauftritte unter die Lupe genommen und bewertet.
Roland Berger38 Prozent reagieren schnell
47 Prozent der Unternehmen haben spezifische Anfragen nicht beantwortet. Studienautor Wolfram Krendlesberger zur Methodik: "Wir haben jedem Unternehmen maßgeschneiderte Anfragen an die auf der Website angegebene Kontaktadresse geschickt. Mails, die erst nach einer Woche beantwortet wurden, haben wir als nicht beantwortet qualifiziert."
Immerhin 38 Prozent der Unternehmen haben die Anfragen allerdings am selben Tag beantwortet, beim "Webcheck.2000" taten das nur 19 Prozent.
"Auffällig war, dass die Responsequalität und die Kompetenz der Informationen direkt mit der Responsegeschwindigkeit korreliert. Schnelle Antworten waren sehr brauchbar, E-Mails, die mehrere Tage später kamen, waren oft nichts sagende Antworten", erklärt Krendlesberger.
Die Ursachen für die mangelhafte Interaktivität liegen laut Ulf Deecke, dem zweiten Studienautor, bei unaktuellen E-Mail-Adressen, falschen Weiterleitungen von Anfragen oder einer anonymen E-Mail-Adresse wie "info@firma.at", die niemand abruft.
E-Mails an Firmen werden zunehmend ignoriertBewegliche und statische Sites
Zweischneidig ist auch das Ergebnis im Bereich Aktualität. Zwar aktualisieren acht Prozent der Unternehmen ihre Site mehrmals täglich und 14 Prozent täglich, doch 44 Prozent aktualisieren nur monatlich oder noch seltener.
Diese Websites sind daher als "statisch" zu bezeichnen. Dabei sind laut Deecke nicht die technischen Voraussetzungen wie fehlende Content-Management-Systeme dafür verantwortlich:
"Die Frage der Aktualisierung hat nichts mit Technik zu tun, sondern ist hauptsächlich ein organisatorisches Problem." Die besten Ergebnisse im Bereich Aktualität liefern Finanzdienstleister, die schlechteste Performance bringen Handelsunternehmen.
Webcheck.2002Ansprüche wachsen
Insgesamt haben sich zwar technische Aspekte [Design, Usability, Zugriffszeiten] verbessert, doch angesichts der gestiegenen Erwartungen der User sind die Web-Auftritte der Unternehmen heute eher schlechter als vor zwei Jahren.
Deecke: "Die Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht, die Pflicht ist erledigt, doch die Kür lässt noch zu wünschen übrig. Die größte Schwachstelle liegt darin, dass viele das Medium an sich nicht verstanden haben."
