Ein Tiefdruckwetter namens "Bernold"
Ab sofort können in Deutschland die Namen von Hoch- und Tiefdruckgebieten von zahlenden Interessenten bestimmt werden. Das Institut für Meteorologie der Freien Universität [FU] Berlin wirbt auf seiner Internetseite für Wetter-Patenschaften.
Ein Hochdruckgebiet kostet demnach 299 Euro, ein Tief ist bereits für 199 Euro zu haben - weil Hochs eine deutlich längere Lebensdauer haben. Im Jahr werden durchschnittlich 50 bis 60 Hochs und etwa 150 Tiefs getauft.
Für das Jahr 2003 hat bereits ein Wetterpate unterschrieben, das zweite Tief des Jahres wird "Bernold" heißen. Das vorletzte Tief im laufenden Jahr wird den Namen "Yvonne" tragen.
Namenloses Wetter bekommt entweder direkt vom Meteorologen einen Namen oder kann beim Internet-Auktionshaus eBay ersteigert werden.
Institut für Meteorologie FU BerlinGeld für Wetterstation Berlin-Dahlem
Voraussetzung für die Patenschaft ist, dass es sich um einen allgemein gebräuchlichen Vornamen handelt, Firmennamen sind nicht zugelassen. Die Einnahmen kommen direkt dem FU-Institut zugute, mit dem Geld wollen die Meteorologie-Studenten der FU die Wetterstation in Berlin-Dahlem retten, heißt es auf den Webseiten.
Der Fachbereich Meteorologie der Berliner FU tauft seit 1954 alle Tief- und Hochdruckgebiete. Die Namen werden vom amtlichen deutschen Wetterdienst und in der Regel von allen privaten Wetterfirmen und den Medien benutzt.
Bis 1998 trugen Tiefs grundsätzlich Frauennamen, Hochs Männernamen. Nach öffentlichen Protesten ersetzte die FU diese Regel durch einen jährlich wechselnden Turnus. 2002 trugen alle Tiefs Frauennamen, 2003 sollen sie männliche Namen bekommen.
