Consors verschwindet vom Börsenzettel
Dreieinhalb Jahre nach der ersten Börsennotierung am Neuen Markt verliert der Online-Broker Consors endgültig seine Eigenständigkeit und verschwindet vom Kurszettel.
Der Hauptaktionär, die französische Großbank BNP Paribas, findet die Minderheitsaktionäre mit 11,75 Euro je Aktie ab und wird Alleineigentümer von Consors, das mit der BNP-Tochter Cortal zusammengeschlossen werden soll.
Dies beschloss eine außerordentliche Consors-Hauptversammlung mit einer Zustimmung von 99,9 Prozent. Der Beschluss war Formsache, da BNP bereits mehr als 95 Prozent der Anteile hielt und damit den so genannten Squeeze-out, das Herausdrängen der verbliebenen Anteilseigner, durchführen konnte.
"Squeeze-out" der Consors-AktionäreKleinaktionäre enttäuscht und verärgert
Mit einer Mischung aus Zorn und Resignation nahmen die Kleinaktionäre die Zwangsabfindung hin.
"Die Hauptversammlung ist eine Farce, das ist die Beerdigung von Consors", sagte Harald Petersen von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre. Er forderte BNP Paribas auf, den Aktionären zumindest den Preis von 12,40 Euro zu zahlen, der beim Übernahmeangebot im Frühsommer gezahlt worden war.
Andere Aktionäre gingen härter mit der Consors-Vorstandsriege um Karl Matthäus Schmidt ins Gericht, warfen ihr in einer erregten Atmosphäre Unfähigkeit und Betrug vor und sprachen von Enteignung. "Diese Leute haben mein Geld gestohlen", schrie ein Kleinaktionär in den Saal.
Überblick
Bei der Erstnotiz am 26. April 1999 war das Consors-Papier sofort
auf 76 Euro geschnellt. Den Höhepunkt erreichte der Kurs Anfang 2000
mit 149 Euro. Danach begann die Tahlfahrt. 2001 verbuchte Consors
125 Millionen Euro Minus. Die Aktie sank bis auf 6,20 Euro. BNP
Paribas übernahm zunächst die Schmidt-Bank-Anteile und erwarb in der
Folge mehr als 95 Prozent an Consors.
Consors findet einen Käufer
