13.11.2002

RE/WRITE

Bildquelle: E-Ink

Elektronisches Papier im nächsten Jahr

Das "elektronische Papier" ist unter Forschern immer wieder als kleine Revolution gehandelt worden.

Herkömmliche Tageszeitungen oder Bücher könnten durch das "wieder beschreibbare" Medium eines Tages verdrängt werden. Bis zur Marktreife hat es jedoch bisher nicht gereicht.

Nach dem Willen des Elektronikkonzerns Philips soll sich das jetzt ändern. In seinem "Home Lab" in Eindhoven soll die Entwicklung den letzten Schliff bekommen. Bereits im zweiten Halbjahr 2003 sollen die ersten Produkte auf den Markt kommen, kündigt Philips-Forscher Marc Johnson an.

Werden die Kapseln mit Strom versorgt, so treibt es sie dank ihrer elektrischen Ladung an eine Seite der Oberflächen. Mit gezielten Signalen können die schwarzen und weißen Kügelchen genau gesteuert werden, sodass sich an der Oberfläche ein bestimmtes Bild ergibt oder ein bestimmter Text erscheint.

Die Idee des elektronischen Papiers geht auf den Forscher Nick Sheridon bei Xerox zurück, der in den 70er Jahren eine Alternative zu den damals noch stark augenunfreundlichen Computerbildschirmen entwickeln wollte.

Philips will die Technologie der MIT-Forscher für verschiedenartige mobile Displays nutzen. So soll das elektronische Papier künftig bei Palms den Bildschirm ersetzen. Gemeinsam mit Kooperationspartner Toppan sind für den japanischen Markt elektronische Comic-Bücher in der Planung. Als mobiler Bildschirm braucht die Erfindung nach Angaben von Philips rund zehn Mal weniger Energie als herkömmliche Displays.

Den Prototyp eines ausgereiften, hauchdünnen Fünf-Zoll-"Monitors", der jeden beliebigen Text anzeigt, können die Philips-Forscher bereits vorweisen. Farbdisplays seien ebenfalls in der Produktion - sie sollen eine weit bessere Helligkeitswiedergabe als herkömmliche Flüssigkristall-Bildschirme besitzen.