EU verhängt Strafe über Nintendo
Die EU-Kommission hat am Mittwoch gegen den japanischen Videospiel-Hersteller Nintendo und sieben seiner europäischen Vertriebshändler insgesamt 167,8 Mio. Euro an Geldstrafen verhängt. Allein auf Nintendo entfallen davon 149 Mio. Euro.
"Wir lassen aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen, mit denen Preise künstlich hoch gehalten werden sollen, einfach nicht zu", wird EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti in der Aussendung zitiert.
Nintendo hat angekündigt, Rechtsmittel gegen die Höhe des Bußgeldes einlegen. Grundsätzlich akzeptiere Nintendo aber die Auffassung der Kommission, dass das Vorgehen des Unternehmens bis 1998 gegen das EU-Wettbewerbsrecht verstoßen habe.
Die EU-Kommission hatte bereits im April 2000 einen entsprechenden Verdacht geäußert.
Nintendo droht EU-StrafePreisgefälle bis zu 65 Prozent
Die Kommission sieht es als erwiesen an, dass Nintendo verhindert hat, dass Verbraucher von den Preisgefällen in Europa profitiert haben. So lagen die Preise für Spielkonsolen auf dem wichtigsten Markt in Großbritannien um bis zu 65 Prozent unter den Preisen in Deutschland oder den Niederlanden.
Dieses Preisgefälle habe Händler dazu gebracht, sich die billigen Konsolen über Reimporte aus Großbritannien zu beschaffen, erklärte die Kommission weiter.
Nintendo und seine Vertriebspartner hätten daraufhin die betreffenden Firmen bestraft, indem sie künftig geringere Kontingente an regulär eingeführten Konsolen und Spielen erhielten oder gleich ganz boykottiert wurden.
Recht auf günstige Spiele und Konsolen
Millionen europäische Familien würden jedes Jahr
"Millionenbeträge" für Videospiele ausgeben und hätten das Recht,
Spiele und Konsolen zum günstigsten Preis zu erstehen, so Monti
weiter.
Die EU-Aussendung
