LCDs werden billiger und flexibel
LC-Displays sind in den letzten Jahren radikal billiger geworden, nicht zuletzt durch den Preisverfall bei Computer-Flachdisplays.
In den Forschungszentren der Elektronikkonzerne wird jedoch schon längst an den Nachfolgetechnologien geforscht. Die neuen LCDs werden billiger, leichter und flexibel.
Obwohl die Fertigung immer billiger wird, bleibt sie dennoch aufwendig - im Prinzip werden die LCDs gleich wie vor einem Jahrzehnt gefertigt. Die heikle Technologie erfordert aufwendige Fertigungsprozesse.
Auftragen auf diverse Untergründe
Bei den Philips Research Laboratories wird daran geforscht,
Displays ähnlich einem Druckprozess auf Materialien anzubringen.
Diese Displays sind nur einen Millimeter dick und können auf
unterschiedliche Untergründe "aufgepinselt" werden.
PhilipsIn die Kleidung einweben
Das Resultat sind flexible Displays, die auch in Kleidung eingewoben werden könnten oder als Riesenbanner Werbeflächen ersetzen.
Traditionell werden LCDs mit Hilfe einer zellenorientierten Technologie gefertigt, wo zwei Glasplatten mit Elektroden, Schaltern, Farbfiltern und anderen Bestandteilen verbunden werden. Die Zellen müssen gewisse Abstände einhalten und werden mittels eines aufwendigen Vakuum-Produktionsprozesses mit Flüssigkristallen gefüllt.
Mit Hilfe der neuen Technologie jedoch bestehen die Displays aus einem einzigen Substrat, alle funktionellen Schichten werden übereinander aufgetragen.
Massenfertigung in zwei Jahren
Eine feste Abdeckschicht ist nicht erforderlich, wodurch das Display sehr dünn gehalten werden kann. Die Flexibilität und die druckähnliche Technik erlauben es Herstellern, riesige Displays mit vereinfachter Technologie zu fertigen. Die Massenherstellung soll in rund zwei Jahren gelingen.
Darüber hinaus entwickelt Philips Research eine neue Generation von Plastikdisplays, die flexibel genug sind, um über Handys oder Getränkedosen gespannt zu werden. Basis sind so genannte polyLEDs [polymer LED] oder OLEDs [organic LEDs], die mit nur wenigen Volt Spannung hohe Helligkeiten erzeugen können. Auf Grund ihrer Eigenschaften können die Displays von allen Betrachtungswinkeln fast gleich gut gelesen werden.
Derzeit wird die Technologie noch auf Glasplatten angewandt, die Forscher sind aber zuversichtlich, die flexiblen Displays auf Plastik übertragen zu können. Dafür wollen sie die Temperaturen beim Produktionsprozess senken.
