Erstes Handy mit MS-Betriebssystem
Nachdem Microsoft Anfang September angekündigt hatte, noch in diesem Jahr die ersten Mobiltelefone und Smartphones mit Microsoft-Betriebssystem in Europa auf den Markt bringen zu wollen, sind nun erste Details bekannt.
Gemeinsam mit dem Mobilfunkanbieter Orange will der weltgrößte Software-Konzern am Handy-Markt Fuß fassen.
Bei der Vorstellung der Handys teilte Orange mit, die neuen Geräte seien mit Microsofts "Smartphone 2002"-Software ausgerüstet und sollten bereits in zwei Wochen auf den britischen Markt kommen.
"Orange SPV" für 283 Euro
Das jetzt vorgestellte Gerät mit 2,2-Zoll-Farbbildschirm und
Digicam-Add-On soll in Großbritannien zunächst zu einem
Einführungspreis von 179 Pfund [rund 283 Euro] angeboten werden. Es
wird von dem taiwanesischen Hersteller High Tech Computer [HTC]
hergestellt. Das "Orange SPV" [Sound, Picture and Video] ist ein
Tri-Band-Handy mit GPRS-Technologie.
OrangeMentalität geändert
Microsoft versucht seit 1999 angesichts nachlassender Umsätze mit seinem Windows-Betriebssystem für PCs in den Markt für Mobiltelefone mit einem Absatzvolumen von jährlich mehr als 400 Millionen Geräten einzusteigen. Dabei stieß der Konzern mit seiner Strategie anfänglich auf heftigen Widerstand der Telekom-Konzerne.
"Sie haben mittlerweile ihre Mentalität dahingehend geändert, dass sie jetzt mit den Anbietern zusammenarbeiten und nicht mehr konkurrieren", sagte Orange-Manager Brennan.
Erfolg garantiert
Zu den Orange/Microsoft-Plänen sagte Branchenanalyst John Strand
vom dänischen Haus Strand Consult: "Nach unserer Auffassung stellt
sich nicht die Frage, ob das Produkt ein Erfolg wird, sondern wie
groß der Erfolg sein wird."
Erste Microsoft-Handys zu WeihnachtenKonkurrenz für Nokia
Mit dem Mobiltelefon wollen beide Unternehmen unter anderem Weltmarktführer Nokia Konkurrenz machen.
"Wir wollen Konkurrenten wie Nokia und Sony-Ericsson aufwecken. Derzeit haben wir das Gefühl, dass sie mit Innovationen nicht schnell genug sind", sagte Orange-Manager Richard Brennan.
Die fünf größten Mobiltelefonhersteller Nokia, Motorola, Ericsson, Samsung und Siemens wollen allesamt in ihren Handys das konkurrierende Betriebssystem Symbian einsetzen. Nur Samsung hat außerdem auch MS-Smartphone-Software lizenziert.
