Vivendi kämpft um Cegetel
Der französische Konzern Vivendi Universal ist nach Presseberichten entschlossen, sein Telefongeschäft nicht kampflos dem britischen Konkurrenten Vodafone zu überlassen.
Vivendi verhandle derzeit mit seinen Banken über Kredite, um selbst die zum Verkauf stehenden Anteile an der französischen Telefonfirma Cegetel zu übernehmen, berichteten die "Financial Times" und die französische Zeitung "Le Figaro" am Freitag.
Vodafone hatte am Mittwoch den Cegetel-Miteignern BT Group [British Telecom] und der US-Gruppe SBC Communications eine milliardenschwere Offerte für ihre Anteile unterbreitet.
Vivendi hält an Cegetel 44 Prozent, 26 Prozent werden von der BT Group gehalten, 15 Prozent von der SBC und weitere 15 Prozent von Vodafone.
Gelingt Vodafone die Übernahme, bekäme das Unternehmen nicht nur die Mehrheit bei der Festnetzgesellschaft Cegetel, sondern auch beim zweitgrößten französischen Mobilfunkunternehmen SFR. Der finanziell angeschlagene Vivendi-Konzern hat allerdings ein Vorkaufsrecht für die Anteile von BT Group und SBC.
Vodafone will was von VivendiVivendi hat Vorkaufsrecht
Dem "Figaro" zufolge versucht Vivendi, bei den Banken zusätzliche Kredite in Höhe von drei Mrd. Euro lockerzumachen. Der französische Konzern wolle sein Vorkaufsrecht zumindest im Falle der BT Group ausüben, die 26 Prozent an Cegetel hält, berichtete die Zeitung.
Wenn möglich wolle Vivendi auch die 15 Prozent von SBC übernehmen. Vodafone bietet der BT Group rund vier Mrd. Euro für deren Cegetel-Anteile. SBC soll 2,3 Mrd. Euro bekommen.
Gelänge Vodafone die Übernahme, würde das zweitgrößte Mobilfunkunternehmen der Welt seine Position in Europa weiter stärken. In Großbritannien, Deutschland und Frankreich wäre Vodafone dann auf den drei wichtigsten Märkten in Europa entweder Nummer eins oder Nummer zwei.
