Probleme mit Datenschutz bei Handys
Handys und Handhelds enthalten als täglicher Begleiter oftmals vertrauliche und sensible Daten. Doch nicht jeder Nutzer weiß, wie er diese Daten etwa bei Verkauf richtig löschen kann - zumal es die Hersteller ihren Kunden auch nicht gerade leicht machen.
In den USA ersteigerte der Sicherheitsanbieter Trust Digital beim Online-Auktionshaus eBay zehn Handys, Handhelds und Smart Phones und untersuchte diese auf ihren Inhalt.
Das erschreckende Ergebnis: Insgesamt 27.000 Seiten an teils streng vertraulichen Informationen konnten sie von den Geräten auslesen, obwohl zumindest bei einigen offenbar versucht wurde, die Daten zu löschen.
Passwörter, Bankkonten, Firmeninfos
Von Passwörtern und Zugangsdaten für private Bankkonten über Kontakte, Kalendereinträge, persönliche und Firmen-Korrespondenz bis zu vertraulichen Firmeninfos war auf den Geräten laut Trust Digital alles vorhanden.
Die Infos waren in den Flash-Speichern der Handys gespeichert, die von den Nutzern offenbar nicht richtig bzw. unvollständig gelöscht wurden.
Auch bei Computern werden mehr als 90 Prozent der gebrauchten Platten vor einem Weiterverkauf nicht korrekt gelöscht.
Langwieriger Löschprozess
Das Problem dabei: Das sichere Löschen von Flash-Speichern ist ein mühseliger, weil [je nach Größe] langwieriger Prozess.
Daher behelfen sich die Hersteller mit Methoden, die die Daten zwar augenscheinlich schneller, aber eben nicht immer vollständig löschen.
Um Daten wirklich sicher zu löschen, müssen zudem oftmals komplizierte Tastenkombinationen angewendet werden.
Mühselige Tastenkombination
Beim vor allem bei Geschäftsleuten beliebten Smart Phone Treo 650 des Herstellers Palm müssen für das "Zero out reset" auf der Vorderseite drei und auf der Rückseite ein kleiner Knopf gedrückt werden - und zwar gleichzeitig.
Selbst Palm gibt zu, dass die Methode etwas umständlich ist und möglicherweise die Hilfe eines Zweiten braucht. Mit einer einfacheren Kombination sei allerdings die Gefahr größer, dass die Kunden ihre Daten unabsichtlich löschen könnten, so der Hersteller.
Beim "Zero out reset" wird der interne Speicher mit Nullen und Einsern überschrieben, sodass jedwede bereits gespeicherte Information gelöscht wird.
Auch Handys sorgfältig löschen
Auch bei Handys soll man vor einem Verkauf mögliche sensible Daten löschen. Trust Digital Life etwa konnte den SMS-Verkehr zwischen einem verheirateten Mann und seiner Geliebten bis ins Detail nachverfolgen.
Nicht immer sind Infos zum sicheren Löschen von Daten allerdings auch verfügbar. Das Handbuch des Nokia 6233 etwa enthält keine Infos dazu, wie Daten vom Handy gelöscht werden können - dafür aber Hinweise zur Vergabe diverser Sicherheitscodes.
Diese sind gerade beim Verlust eines Handys sicher sinnvoll - Daten schützen können sie aber nicht.
(futurezone | AP)
