MobilCom streicht 1.850 Stellen
Der angeschlagene deutsche Mobilfunkanbieter MobilCom muss fast jeden zweiten Arbeitsplatz streichen, um sein Überleben zu sichern. Das Sanierungskonzept des Vorstands sehe vor, 1.850 Vollzeitstellen abzubauen, teilte die MobilCom AG mit.
Gegenwärtig beschäftige das Unternehmen 5.000 Arbeitnehmer einschließlich Teilzeit- und Aushilfskräften. Das entspreche 4.200 Vollzeitstellen. Demnach gehen 44 Prozent der Arbeitsplätze verloren.
MobilCom war durch den Rückzug des Großaktionärs und Hauptfinanziers, France Telecom, Anfang September in die Krise geraten. Eine Soforthilfe des Bundes in Höhe von 50 Millionen Euro hat das Unternehmen bereits erhalten. Weitere Überbrückungskredite hängen jedoch davon ab, ob France Telecom den Vertrag über die Finanzierung des UMTS-Netzes doch noch erfüllen wird.
Nur 50 Mio. Staatsgeld für MobilComUMTS-Netzaufbau auf Eis gelegt
Das Sanierungsprogramm sehe vor, den Aufbau des Mobilfunknetzes des neuen Standards UMTS einzufrieren. MobilCom ist im Vergleich zum Wettbewerb mit dem Netzaufbau bereits relativ weit, kann sich aber keine weiteren Investitionen mehr leisten.
An der UMTS-Lizenz wird MobilCom jedoch festhalten. Die mehr als acht Milliarden Euro teure Lizenz kann nach den Regeln der Regulierungsbehörde nicht verkauft werden.
130 Millionen Euro im Mobilfunk einsparen
Im Kerngeschäft Mobilfunk will MobilCom jährliche Einsparungen von 130 Millionen Euro realisieren. Damit soll das Geschäft mit Handys und Mobilfunkverträgen für andere Netzbetreiber im ersten Halbjahr 2003 operativ wieder profitabel werden. Die Unternehmenssparte leidet unter der Marktsättigung im Mobilfunkbereich und der schwachen Entwicklung der gesamten Branche.
