Das war die Ifabo 2002
Die Wiener IT-Fachmesse ifabo geht heute nach vier Tagen zu Ende.
Fest steht: die Besucherzahl ist, analog zur schwächelnden Konjunktur, unter den Vorjahreswerten geblieben. Die neue Führung der Reed Messe hat die ifabo als Fachbesuchermesse für Klein- und Mittelunternehmen positioniert und für heuer 30.000 Besucher erwartet - eine Prognose, die sich nicht erfüllt haben dürfte. Im Vorjahr besuchten 31.400 Personen die Messe.
Der Gemeinschaftsstand von HP und Microsoft stellte mit 623 Quadratmetern den größten Stand der Messe dar. HP hat erstmals - für ausgewählte Betrachter - den flachen Tablet-PC präsentiert, der mit einem Stift bedient werden kann. Insgesamt war man bei HP "ganz zufrieden" mit der Messe, beklagte aber den Besucherschwund sowie den geringen Anteil an Fachbesuchern.
Beim Mobilfunkbetreiber One zeigte man Businesslösungen; mobile Büros, Virtual Private Networks und eine mobile Lösung für Immobilienmakler waren die Highlights. Darüber hinaus wurde ein Prototyp eines Stiftes von SonyEricsson präsentiert, der mittels eingebauter Kamera und Bluetooth Text und Zeichnungen 1:1 als Bild an Handy, Rechner oder ins Netz schickt. Als Mobilfunkbetreiber sei es "Pflicht, auf der ifabo vertreten zu sein", so Jorge Rovira, Product Manager Business Solutions, im Gespräch mit der futureZone. Die eventuelle Zusammenlegung mit der Exponet würde eine Diskussion um Besucherschwund nichtig machen.
ifaboWeniger Besucher als im Vorjahr
Das Stimmungesbild bei den kleineren Ausstellern war wenige Stunden vor Ende der ifabo pastellfarben gehalten. "Naja, die Messe ist halt deutlich geschrumpft" war öfter zu hören. Kein Wunder, die Halle 10 alleine hätte wohl für die Messe auch gereicht.
Die Besucherfrequenz dürfte deutlich niedriger ausgefallen sein als in den vergangenen Jahren. Ein angedachter Zusammenschluss der ifabo mit der Konkurrenzmesse exponet wurde bei den Unternehmen allgemein als sinnvoll erachtet.
Begeisterung bei LiberWorks und SOS
Der einzig wirklich begeisterten Aussteller, mit denen die fuZo
gesprochen hat, waren die österreichischen Unternehmen LiberWorks
und SOS, die einen gemeinsamen Stand eröffnet hatten. Man sei "ohne
Erwartungen" gekommen und von dem Interesse an den eigenen Produkten
sehr positiv überrascht worden.
AT-Know-How für PharmakonzerneVerbliebene Besucher sind wertvolle Kunden
Success Communication, ein Wiener Anbieter individueller e-commerce-Lösungen, berichtete aber davon, dass die Aussteller von den beiden Messeveranstaltern im Vorfeld mit Aussendungen bedacht worden seien, die die jeweils andere Messe wenig vorteilhaft darstellten.
Aus Sicht des kleinen Ausstellers seien die wenigen gekommen Interessenten, in der Regel hochqualitative Besucher, die potenzielle Kunden darstellten - mit Ausnahme der Schulklassen, versteht sich. Dennoch wurde das schlechte Preis/Leistungsverhältnis des Veranstalters bemängelt.
Standmiete ist für Besucheranzahl sehr hoch
Ob man sich nächstes Jahr wieder mehr als 70 Euro Miete pro Tag und Quadratmeter leisten wird, ist bei Success V
King Case erfreute mit Abverkauf der Ausstellungsstücke
Der internationale Anbieter von Keyboards, Mäusen und Lautsprechern, A4tech, war zwar nicht gerade begeistert, aber auch nicht besonders enttäuscht. Es seien hauptsächlich KMU-Besucher [Vertreter kleinerer und mittlerer Unternehmen] gekommen, darauf müsse man sich einstellen.
Der ebenfalls taiwanesische Konkurrent King Case [zusätzlich auch Hersteller von Gehäusen] blieb zuerst fernöstlich-freundlich-unverbindlich: Die Messe sei unter den Erwartungen gewesen, aber doch ganz OK.
Die Frage, ob man nächstes Jahr wieder kommen werde, wurde unerwartet deutlich beantwortet: "No."
