14.09.2002

LISTE

Bildquelle: wsj

Die gefallenen Telekom-Stars Europas

Die aktuelle Krise der Telekom-Branche, die der Euphorie der vergangenen Jahre folgte, hat schon einige Chefs internationaler Großkonzerne den Job gekostet.

Anlässlich der MobilCom-Pleite, die auch die France Telecom weiter in die Krise stürzt, im folgenden ein Rundgang durch die Gallerie mit Telekom-Ex-Stars.

Michel Bon

Seit 1995 steuerte der heute 59-Jährige den größten französischen Telekom-Konzern France Telecom.

Nun besiegelte das MobilCom-Debakel das Ende der Ära Bon. France Telecom ist mit 28,5 Prozent an MobilCom beteiligt.

Die konservative Regierung unter Premier Alain Juppé hatte den Mann aus Grenoble an die Telecom-Spitze berufen.

Ron Sommer

Sieben Jahre stand der Manager an der Spitze der Deutschen Telekom. Nach dem Verfall der T-Aktie wurde er zum Prügelknaben enttäuschter Kleinaktionäre.

Die internationale Expansion und der Erwerb von UMTS-Lizenzen kosteten die Telekom Milliardenbeträge. Der Schuldenberg wuchs auf 67 Milliarden Euro.

Paul Smits

Im September 2001 gab der Vorstandschef des niederländischen KPN-Konzerns Paul Smits bei einem Schuldenstand von 22,8 Milliarde Euro nach eineinhalb Jahren auf.

Über den Erwerb des deutschen Mobilfunkbetreibers E-Plus und teurer UMTS-Lizenzen in Deutschland und Großbritannien wollten die Niederländer auf der Welle des Mobilfunk-Erfolgs mitreiten.

Sir Peter Bonfield

Im Oktober 2001 kündigte auch der Chef der British Telecom seinen Rückzug an. Das Unternehmen hatte unter seiner Führung zwar Schulden von 30 auf 16,5 Milliarden Pfund [25,6 Millionen Euro] abgebaut.

Vor allem der teure Erwerb der UMTS-Lizenz in Deutschland geriet in die Kritik. Bonfield ging mit einem "goldenen Händedruck" von 2,8 Millionen Pfund.

Juan Villalonga

Im Sommer 2000 traf es auch den Chef des spanischen Telefonica-Konzerns. Die Branchenkrise hatte damit allerdings kaum etwas zu tun - Villalonga wurden angebliche Insider-Geschäfte angelastet.