Nächster WLAN-Standard verzögert sich
Die Verabschiedung des WLAN-Standards IEEE 802.11n für Brutto-Übertragungsraten von bis zu 600 Megabit pro Sekunde verzögert sich weiter.
Ursache hierfür ist eine Kommentarflut zu dem ersten Entwurf des neuen Standards, der im Jänner 2006 veröffentlicht wurde.
Mit einer Verabschiedung von 802.11n wird nun nicht mehr vor Frühjahr 2007 gerechnet, womöglich aber auch erst 2008.
12.000 Kommentare
Über 12.000 Kommentare sind zu dem ersten Entwurf des neuen Standards eingegangen, die nun von den Verantwortlichen des IEEE [Institute of Electrical and Electronics Engineers] bearbeitet werden müssen.
Die Hälfte sei aber schon bearbeitet worden, einige Kommentare seien zudem doppelt oder auch völlig wertlos.
Schneller und weiter
Herzstück des 802.11n-Standards ist die Verwendung mehrerer Antennen und die überarbeitete Signalverarbeitung, die - je nach Vorschlag - Bandbreiten von bis zu 600 MBit/s [brutto] ermöglichen soll.
Auf Basis von MIMO [Multiple Input, Multiple Output] soll einerseits der Datendurchsatz gegenüber herkömmlichen WLANs vervielfacht und andererseits die Reichweite der Funknetzwerke erhöht werden. So wäre auch die Übertragung von hochauflösenden Videos über drahtlose Netzwerke möglich.
Teufel liegt im Detail
Einige Details dieser Technologie sind noch nicht genau spezifiziert und daher Inhalt zahlreicher Diskussionen bei den Verantwortlichen, da diese eventuell auch bestehende Netzwerke stören könnten.
Geräte nach dem Pre-802.11n-Standard werden bereits von einigen Herstellern angeboten. Nicht sicher ist derzeit aber, ob diese dann auch mit dem endgültigen Standard kompatibel sein werden. Der endgültige Standard soll auch abwärtskompatibel zu bisher genutzten sein.
Die derzeitigen WLAN-Standards 802.11 a/b/g erlauben [theoretisch] Übertragungsraten bis zu 54 MBit/s.
(futurezone | APA)
