Online-Gigant Otto-Versand
"Wenn es Internet und E-Commerce nicht gäbe, müssten wir es erfinden", sagte Konzernchef Michael Otto, der sich am Donnerstag abwechselnd in Prognosen und Rückblicken auf die Entwicklung der Geschäfte erging.
Die globalen Internetumsätze im reinen Endverbrauchergeschäft haben sich um 56 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro erhöht. Im laufenden Geschäftsjahr solle die Marke von zwei Milliarden Euro durchbrochen werden, sagte Otto.
In Deutschland betrage der Online-Anteil bereits zehn Prozent des Gesamtgeschäfts. Die Rendite im Online-Geschäft war mit einem Prozent vor Steuern noch relativ schmal, soll mit dem zunehmenden Wachstum aber weiter steigen.
Mittel- bis langfristig werde der Online-Handel nämlich rentabler werden als das traditionelle Versandgeschäft, so Otto weiter.
Mehr Zahlen über die Nummer eins im Online-HandelKosten durch Start-ups
Das mit 90 Unternehmen in 23 Ländern größte Versandhausunternehmen der Welt konnte sich der Konsumflaute vor allem in den USA insgesamt nicht entziehen.
Das Konzernbetriebsergebnis brach um 25 Prozent auf 275 Mio. Euro ein. Ein Teil dieser Verluste resultiert aus den Kosten durch die Schließung einiger zugekaufter Start-ups.
Die Nummer zwei
Konkurrent Karstadt-Quelle peilt im Gesamtjahr 2002 eine
Steigerung des Internet-Umsatzes auf 1,2 Mrd. Euro an. Die beiden
größten Sites des Essener Konzerns, Quelle und Neckermann, haben
Ende 2000 nach sechs Jahren die Gewinnzone erreicht.
Karstadt, Quelle, NeckermannOttos Kerngeschäft
Deutlich geringer war der Rückgang bei Ertrag und Umsatz im Kerngeschäft, dem Versandhandel. Bei kaum [-0,8 Prozent, 3,321 Mrd.] gesunkenem Umsatz verbuchte Otto ein Betriebsergebnis von 197, rund 19 Mio. Euro weniger als im Jahr davor.
Konkurrent Quelle hat seinen Umsatz vom ersten auf das zweite Quartal 2002 eigenen Angaben zufolge um neun Prozent gesteigert.
