18.08.2002

GERÜ.CHTE, Unten finden sich Links zu einigen Episoden aus dem Dauerclinch TA vs. tele.ring

Bildquelle: tele.ring

Telering angeblich vor Verkauf an TA

In der neuesten Format-Ausgabe wird berichtet, dass tele.ring [Österreichs kleinster Mobilfunk-Netzbetreiber, ist auch im Festnetzgeschäft tätig] vor einem Verkauf an die Telekom Austria [TA] stünde.

Die TA ist auch Mutter des größten heimischen Mobilfunkanbieters Mobilkom. Für eine Stellungnahme war am Wochenende bei allen Seiten niemand erreichbar.

Laut dem Bericht sollen bereits Verhandlungen zwischen dem tele.ring-Eigentümer Western Wireless und dem TA-Konzern stattgefunden haben.

Übernahme wäre Überraschung

Der Deal wäre jedenfalls eine Überraschung. Bedenkt man die schlechte Stimmung zwischen tele.ring und der Telekom, die sich seit langem gegenseitig in diversen Gerichtsverfahren beharken, erscheinen Verhandlungen bezüglich einer Übernahme unwahrscheinlich.

Allerdings kennt Mobilkom-Chef Boris Nemsic die Werstern Wireless Manager, da die Mobilkom und WW ein gemeinsames Unternehmen in Kroatien betreiben. [Der kroatische Mobilfunker VIPnet gehört zu 71 Prozent der Mobilkom, zu 19 Prozent Western Wireless. ]

Diese Kontakte könnte Nemsic zu Verhandlungen genutzt haben. Wenn es tatsächlich zu einer Übernahme kommt, könnte tele.ring ein ähnliches Schicksal drohen, wie dem gescheiterten italienischen Netzbetreiber "Blu".

Tele.ring könnte den "Blu"es singen

Bleibt die Lizenzfrage. Sowohl der TA-Konzern als auch tele.ring verfügen jeweils über ein GSM-Netz samt dazupassender Lizenz sowie eine UMTS-Lizenz.

Sollte der Ex-Monopolist tatsächlich den Konkurrenten übernehmen, müssten die Lizenzen entweder zurückgeben oder weiterverkauft werden, da ein Unternehmen nicht mehrere gleichartige Lizenzen halten darf. Doch ist das Marktumfeld für Lizenzen wie auch einen Verkauf der tele.ring-Sendeanlagen denkbar schlecht.

Tele.ring hat selbst nur einen symbolischen Euro für die UMTS-Lizenz an den Ex-Eigentümer Mannesmann bezahlt, während die österreichische Telefonica-Moviles-Tochter ihre UMTS-Lizenz und das damit verbundene Engagement in Österreich überhaupt schon zur Gänze abgeschrieben haben dürfte.

Darüberhinaus wäre im Rahmen der Mitte Oktober erfolgenden, letzten Versteigerung von GSM-Funkfrequenzen durch die Regulierungsbehörde eine GSM-Lizenz zum "Schleuderpreis" erhältlich.

Geheimtipp "3" [Hutchison]

Marktbeboachter hatten bislang eher mit einer Übernahme von tele.ring durch Hutchison spekuliert. Hutchison verfügt über eine österreichische 3G-Lizenz und will im März mit seinem "3" getauften UMTS-Netz starten.

Hutchison hat in der letzten Zeit mit einigen Aufkäufen angeschlagener Unternehmen oder Unternehmensteile von sich reden gemacht. Doch inbesondere die Österreich-Filiale ist im Schweigen geübt.

Als Ergänzung zum sicher nicht in gewohnter GSM-Netzabdeckung verfügbaren UMTS-Netz könnte 3 ein GSM-Netz mit Lizenz und das tele.ring-Leitungsnetz jedenfalls besser gebrauchen als die Telekom Austria.

Andererseits könnte der Konkurrenz dem TA-Konzern spätestens mit Einführung der Rufnummerportabilität im Mobilfunkbereich 2003 noch deutlich lästiger werden.