Vivendi verliert 12,3 Milliarden Euro
Der angeschlagene Mischkonzern Vivendi Universal schreibt erneut Firmenanteile im Wert von elf Milliarden Euro ab.
Damit solle den Aktienkurs-Verlusten vor allem in der Telekom-Branche Rechnung getragen werden, sagte Konzernchef Jean-Rene Fourtou am Mittwoch bei der Vorlage der Halbjahresbilanz in Paris.
Kurssturz
Die Vivendi-Aktie wurde am Mittwoch an der Pariser Börse
vorübergehend vom Handel ausgesetzt und stürzte anschließend um
knapp sieben Prozent auf 14,80 Euro.
Liquiditätskrise bei Vivendi UniversalHalbjahres-Verlust von 12,3 Mrd. Euro
Die Gruppe verbuchte demnach einen Netto-Verlust von 12,3 Milliarden Euro für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres.
Der Schuldenberg des Gesamtkonzerns einschließlich der Umwelt-Sparte belief sich Fourtou zufolge Ende Juni auf 35 Milliarden Euro; mit Firmenverkäufen soll er innerhalb von zwei Jahren um zehn Milliarden verringert werden.
Unter anderem soll das erst vor einem Jahr gekaufte US-Verlagshaus Houghton Mifflin wieder abgestoßen werden. Dafür hatte der damalige Vivendi-Chef Jean-Marie Messier im August 2001 rund 2,2 Milliarden Euro hingeblättert.
Allein in den kommenden neun Monaten will das nun von Messiers Nachfolger Fourtou geführte Unternehmen fünf Milliarden Euro aus Verkäufen erlösen.
Bereits für das vergangene Geschäftsjahr hatte Vivendi nach milliardenschweren Abschreibungen auf den Firmenbesitz einen Netto-Verlust von 13,6 Milliarden Euro ausgewiesen - das höchste Minus in der französischen Wirtschaftsgeschichte.
Vivendi Universal
