Die Handynetze und das Hochwasser
Nach dem verheerenden Hochwasser in Österreich wird nun auch das Telefonieren teilweise unmöglich - sowohl im Festnetz als auch mittels Mobiltelefon.
Die futureZone hat aktuelle Lageberichte von den vier heimischen Mobilfunk-Netzbetreibern eingeholt.
A1-Handys für Einsatzkräfte
Eines der A1-Mobile-Switching-Center [MSC, eine der Hauptzentralen, über welche die meisten Handygespräche geroutet werden] ist auf Grund des erhöhten Telefonieaufkommens überlastet. Seit dem Dienstagvormittag arbeitete man hier an einer Kapazitätserweiterung.
In manchen Hochwassergebieten liegen [offenbar von der Mutter Telekom Austria angemietete] Leitungen frei, weshalb es auch dort zu Unterbrechungen kommen kann. Folgende Gebiete waren laut Mobilkom am frühen Abend von "eventuellen Störungen¿ betroffen:
NÖ: Semmering, Kamptal
STMK: Dachstein
SBG: Saalfelden
OÖ: Linz .User haben der futureZone von Totalausfällen im A1-Netz in Gallneukirchen, Grein, Ottensheim, Walding und Rottenegg berichtet, wobei aber Festnetzanschlüsse großteils funktionieren sollen. Die anderen Mobilnetze sollen ebenfalls "funken".
Der größte heimische Mobilfunker hat am 8. August Katastrophenhelfern der
Landeswarnzentralen von Nieder- und Oberösterreich 50 Handys zur Verfügung gestellt, am Montag kamen noch einmal 20 Stück für das niederösterreichische Feuerwehrkommando hinzu.
Katastrophenmanagement durch Freiwillige
Bei der Mobilkom gibt es ein eigenes Katastrophenmanagement, dass
sich aus freiwilligen Mitarbeitern zusammensetzt. Um auf solche
Situationen vorbereitet zu sein, wird dieses Team regelmäßig
geschult. Zur Frage nach der Unternehmenspolitik bezüglich vom
Hochwasser betroffener Mitarbeiter wurde in dem Antwortschreiben
nicht Stellung genommen.
Der fuZo-Bericht vom NachmittagTele.ring meldet noch "klar Schiff"
Laut Unternehmenssprecher Walter Sattlberger sind alle tele.ring-Sender in Betrieb. Lediglich letzte Woche habe es im Waldviertel einen hochwasserbedingten Ausfall bei einem Sender auf Grund von Problemen mit der Stromversorgung für die Dauer von gut einer Stunde gegeben.
An einigen Senderstandorten setze man Notstromaggregate ein, um das Netz in Betrieb zu halten. Dies sei notwendig, da oft die Stromzufuhr nicht mehr gegeben sei.
Tele.ring-Mitarbeiter nicht betroffen
Das Telefonieaufkommen im tele.ring-Netz bezeichnete er als
"leicht erhöht", vor allem in Salzburg und im Raum Ybbs. Direkt vom
Hochwasser betroffen sollen tele.ring-Mitarbeiter nicht sein.
Science.orf.at über den RegenrekordT-Mobile-Ausfälle in OÖ
Kein Klax ist das Hochwasser für T-Mobile. Während man an einer Stelle einen Sender in Betrieb nehme, falle an anderer Stelle ein weiterer aus, klagt man bei dem Unternehmen.
Besonders große Probleme gebe es in Oberösterreich. Grund sei die ausgefallene Stromversorgung, aber auch der Ausfall von Leitungen, die von der Telekom Austria angemietet werden.
Vereinzelt hat T-Mobile Notstromaggregate im Einsatz, verfügt aber nicht über eine ausreichende Anzahl, um alle betroffenen Gebiete zu versorgen. Gemeinsam mit Technikern der TA arbeiten die "pinkfarbenen" Techniker daran, die Leitungen wiederherzustellen, soweit diese überhaupt zugänglich sind.
Probleme mit dem Netz soll es auch in Salzburg und im Bereich Zwettl geben, am Dienstagnachmittag hatte es auch einen Ausfall in Krems gegeben.
Kulante Einzelfall-Regelungen für Mitarbeiter
T-Mobile plant, sich mit der NÖ-Volkshilfe für die
Hochwasseropfer zu engagieren, über konkrete Maßnahmen hat man aber
noch nicht entschieden. Für betroffene Mitarbeiter, die nicht zum
Dienst kommen könnten, würde man je nach Einzelfall kulante Lösungen
finden, heißt es.
Die große Flut im ÜberblickVorerst nur punktuelle Ausfälle bei One
Von One schließlich wurden nur Ausfälle vereinzelter Sender gemeldet. Man sei nicht auf Leitungen der TA angewiesen, da die Sender per Richtfunk verknüpft seien. Wie bei den Mitbewerbern ist auch bei One mehr telefoniert worden.
Ein Teil des Kamptales sowie je ein Sender in Oberösterreich und in Langenlois stünden unter Wasser und seien daher außer Betrieb. Teilweise haben man bereits mit der Trockenlegung und dem Tausch von beschädigtem Equipment begonnen.
Während letzte Woche rund zehn Sender ausgefallen seien, wären es am Dienstag nur fünf. Dies würde durch den Einsatz von Stromaggregaten ermöglicht, außerdem habe man teilweise Netzkapazitäten reduziert, um die Batterien von Sendeanlagen zu schonen.
Jede Abteilung regelt Freistellungen selbst
Dienstfreistellungen von vom Hochwasser betroffenen Mitarbeitern
sollen bei One in den jeweiligen Abteilungen autonom geregelt
werden.
Die One-Site
