Guter Ruf bringt bei eBay mehr Geld

31.07.2006

Laut einer aktuellen Studie erzielen Verkäufer mit überwiegend positiven Bewertungen beim Online-Auktionshaus eBay höhere Preise. Der Mythos, dass Auktionen, die am Abend enden, mehr Geld abwerfen, stimmt allerdings nicht.

Ein guter Ruf lässt bei ebay-Verkäufern die Kasse klingeln.

Wer überwiegend positiv von seinen bisherigen Käufern bewertet wurde, erzielte im Durchschnitt deutlich höhere Erträge, wie eine am Montag veröffentlichte Studie an der Universität Bonn und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen ergab.

Bewertung treibt Verkaufspreis

Die Forscher analysierten 313 Versteigerungen populärer DVDs, wie die Universität Bonn mitteilte. Nach ihren Erkenntnissen treibt ein Prozentpunkt mehr positive Kundenstimmen das Ergebnis der Auktion um durchschnittlich vier Prozent in die Höhe.

"Und das, obwohl es bei den von uns untersuchten Verkäufen um relativ geringe Summen ging", sagte Wirtschaftswissenschaftler Oliver Gürtler von der Universität Bonn. "Bei wertvolleren Produkten sollte sich eine gute Reputation noch mehr auszahlen."

Bewertung der Verkäufer

Für jeden eBay-Teilnehmer gibt es zwei Kennzahlen: Die erste berechnet sich aus der Differenz der positiven Kundenurteile und der negativen Stimmen.

Die zweite zeigt den prozentualen Anteil positiver Bewertungen. Die absolute Zahl hat keine Auswirkung auf das Auktionsergebnis, wie Forscher Christian Grund betonte.

Anders ist es beim Prozentwert: "Dieser korreliert eindeutig mit einem höheren Auktionserlös."

Das System

Auktionen bei eBay enden nach einer vom Verkäufer festgelegten Frist. Wer bis dahin das höchste Gebot abgegeben hat, erhält den Zuschlag. Der erfolgreiche Bieter kann den Verkäufer positiv, negativ oder neutral bewerten - umgekehrt erhält der Bieter allerdings auch eine Note.

Abends nicht am profitabelsten

Ein weiteres Ergebnis der Studie dürfte viele überraschen: Auktionen, die am Abend enden, erzielen entgegen einer verbreiteten Verkäufer-Meinung keine besonders hohen Preise.

Die Nachfrage sei abends zwar stärker, da nach der Arbeit viele Kunden ihren virtuellen Einkaufsbummel starteten. Diese konzentrieren sich meist auf Versteigerungen, die in naher Zukunft enden: Dann sei die Gefahr am geringsten, noch überboten zu werden.

Kein höherer Preis durch höhere Nachfrage

Doch allein die höhere Nachfrage bedeute nicht unbedingt mehr Gewinn: "Unsere Studie zeigt, dass die Erlöse abends sogar niedriger ausfallen als sonst", sagte Gürtler.

Wer seine Auktion hingegen zur besten Arbeitszeit enden lasse, müsse nicht mit so vielen Anbietern konkurrieren.

(dpa)