12.07.2002

LINUX KOMMT

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Rückschlagserie für Microsoft

Die norwegische Regierung hat am Freitag bekannt gegeben, dass sie den bestehenden Vertrag für Softwarelieferungen mit Microsoft nicht verlängern wird.

Der Vertrag hatte dem Redmonder Konzern ein Fast-Monopol im öffentlichen Sektor des skandinavischen Landes verschafft. In manchen Bereichen beträgt der Marktanteil von MS dabei rund 95 Prozent.

Der Minister Ihrer Majestät begründet

"Die Verwendung von Open-Source-Software wie zum Beispiel Linux könnte den Wettbewerb fördern", schreibt der norwegische Minister für Arbeit und öffentliche Verwaltung, Victor D. Norman in einem Statement. "Um auf Open Source basierende Programme wirklich zu einer Alternative zu machen, wird es keinen neuen [¿] Vertrag mit Microsoft Norwegen geben."

MS verliert ein Drittel des Umsatzes

Dadurch verliert Microsoft Norwegen mit einem Schlag rund 30 Prozent des Umsatzes. Der nunmehr mit 30. November auslaufende Vertrag ermöglicht es allen öffentlichen Institutionen des Königreiches, die mehr als 400 Workstations auszustatten haben, MS-Produkte zu besonderen Konditionen zu beziehen.

Ein Berater des Ministers sagte, man könne den Wert des Vertrages nicht exakt beziffern, da es keine zentrale Registrierung der im Rahmen des Vertrages getätigten Umsätze gebe. Die begünstigten Einrichtungen könnten den Vertrag nützen, seien dazu aber nicht verpflichtet.

Deutschland geht Mittelweg

Auch in Deutschland gibt es Bestrebungen, vermehrt Open-Source-Software im öffentlichen Bereich einzusetzen. Man hofft dabei auf Einsparungen und erhöhte Sicherheit.

Im Bundestag beispielsweise wird auf den rund 150 Servern die Software des Marktführers Microsoft durch das freie Betriebssystem Linux ersetzt. Das entschied der Ältestenrat des Parlaments im März mit den Stimmen von SPD und Grünen.

Kartell-Olympiade in den USA

In Amerika läuft bereits seit vier Jahren ein Kartellverfahren gegen Microsoft. Als dem Konzern auf Grund der Ausnutzung seiner marktbeherrschenden Stellung eine Zerschlagung nach dem Vorbild des amerikanischen Telekomriesen AT&T angedroht worden war, hatte es eine Teileinigung mit der US-Regierung und neun Bundesstaaten gegeben.

Das Verfahren ist aber noch nicht zu Ende, da neun andere Bundesstaaten sich der Einigung nicht angeschlossen hatten. So wurden schließlich im Juni die Schlussplädoyers gehalten.