Spamkrieg in eigener Sache
Unerwünschte Massen-E-Mails werden zunehmend nicht nur zu Werbezwecken, sondern zur Gestaltung der öffentlichen Meinung verwendet.
Die Massen-E-Mails rund um Steuerflüchtling Rydl oder der gefälschte Grasser-Aufruf sind nur einige der jüngsten Beispiele.
Spam aus Österreich
Nun hat ein Spammer seine E-Mail-Datenbank dazu verwendet, in
eigener Sache Stimmung zu machen. William Stanley, ein netzbekannter
Spamking, betreibt seit einiger Zeit in Österreich Server, die
Spam-Mails quer durch Europa schicken.
Die Akte Stanley bei spews.org26 Spamserver in Aktion
Seine letzte Station war der Provider Max4EU, der über den Bandbreitenspezialisten Interxion seine Leitungen anbietet. Dort hatte Stanley zuletzt nicht weniger als 26 E-Mail-Server stehen. Da er Angaben von Max4EU zufolge seine Rechnungen über Monate hinweg nicht bezahlt hatte, wurden seine Server einbehalten - wie auch im Vertrag festgelegt.
William Stanley schickte daraufhin unzählige E-Mails mit dem Titel "MAX4EU is a CRIMINAL Austrian Company!!" an seine Spamopfer. In der Mail wurden nicht nur Max4EU und Interxion krimineller Handlungen bezichtigt, sondern auch namentlich Personen an den Pranger gestellt. Als Absender wählte der Spammer "info@interXion.com".
"Interxion hat selbstverständlich keine Spam-Mails unter dieser Adresse versendet", beschwichtigt Harald Helnwein, Chef von Interxion Österreich und Deutschland. "Unser Kunde [Max4EU] hat diese Server unlängst abgeschaltet, nachdem er von österreichischen Behörden informiert wurde, dass vermutlich Spam-Mails von diesen aus versendet werden". Diese Maßnahme scheine den Spammer zu dieser illegalen Aktion verleitet zu haben, so Helnwein weiter.
Max4EU ist empört
Bei Max4EU ist man ebenfalls empört. "Wir dementieren vehement
alle Unterstellungen von einem gewissen Herrn William Stanley,
welche er in einer Massen-E-Mailaussendung verkündet hat", heißt es
auf der Website.
Max4EU
