MS hebt Prognosen trotz Gewinneinbruchs

q4 2005/06
21.07.2006

Die Kosten für die Xbox 360 und der Ausbau der Online-Services belasten zwar Microsofts Gewinnbilanz, der Umsatz legte aber stark zu.

Der weltgrößte Software-Konzern hob seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr überraschend an und überspielt damit den aktuellen Gewinneinbruch.

Grund dafür seien über den Erwartungen liegende Auftragseingänge für kommende Produkte, teilte der US-Konzern am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit.

Xbox 360, Live-Ausbau belasten

Im abgelaufenen vierten Quartal wies der Konzern jedoch einen Gewinnrückgang um fast ein Viertel aus und begründete das unter anderem mit Kosten für seine Spielekonsole Xbox 360. Auch erhöhte Investitionen ins Internet-Geschäft sowie die Ausgaben im Rechtsstreit mit der EU-Kommission belasteten das Ergebnis.

Für das Gesamtjahr hob Microsoft seine Prognose für den Gewinn je Aktie auf 1,43 bis 1,47 Dollar an. Bisher hatte der Konzern 1,36 bis 1,41 Dollar vorhergesagt.

Das Unternehmen legte zudem ein umfassendes Programm zum Rückkauf eigener Aktien auf.

Rechtsstreit mit EU-Kommission

Microsoft steht in Europa auch wegen eines Streits mit der EU-Kommission in den Schlagzeilen. Erst vor wenigen Tagen hatte die Kommission Microsoft zusätzlich zu der Buße von knapp 500 Millionen Euro mit einem Zwangsgeld von 280,5 Millionen Euro dafür bestraft, dass es mehr als zwei Jahre alte Auflagen nicht befolgt habe.

Gewinneinbruch, Umsatzsteigerung

Im April hatte Microsoft die Investoren überrascht, als es Pläne zur Investition von zusätzlichen 2,6 Milliarden Dollar in seine Web-Geschäfte und andere neue Bereiche bekannt gemacht hatte.

Auf dem Finanzmarkt war daraufhin der Optimismus gedämpft worden, neue Produkte und eine Änderung der Online-Strategie könnten in diesem Geschäftsjahr Früchte tragen.

Für das abgelaufene vierte Quartal [per 30. Juni] wies der Konzern einen Nettogewinn von 2,83 Milliarden USD oder 28 Cent je Aktie aus - nach 3,7 Milliarden USD im Vorjahr. In der Vorjahreszahl war aber ein großer positiver Einmalposten enthalten. Der Umsatz im abgelaufenen Vierteljahr zog um 16 Prozent auf 11,8 Milliarden USD an.

Ende Juni hatte Microsoft mitgeteilt, Geschäftskunden könnten das Softwareprogramm Office 2007 erst Ende 2006 statt wie ursprünglich geplant bereits im Herbst erhalten. Auch Windows Vista wird erst Anfang 2007 auf den Markt kommen.

(Reuters)