eTel kauft European Telecom
Der irische Telekom-Anbieter eTel übernimmt den alternativen Telefonanbieter European Telecom International [ETI] von der spanischen Telefonica Data.
Mit der Übernahme steigt eTel bei Business-Kunden hinter der UTA zur Nummer zwei der alternativen Telekom-Provider in Österreich auf. Das Umsatzziel für 2002 wurde mit 88 Mio. Euro angegeben.
"Mittlerweile gibt es neben der Telekom Austria nur mehr drei ernstzunehmende Festnetzanbieter [UTA, eTel und Tele2] in Österreich. Wir werden der UTA und der Telekom einen scharfen Wettbewerb liefern", so eTel-Austria-Vorstandsvorsitzender Christian Rosner.
Vierte Akquisition in 12 Monaten
Die irische Konzernmutter eTel-Group hat innnerhalb eines Jahres
nun schon den vierten Mitbewerber in Österreich geschluckt. Bislang
wurden die RSL COM Austria AG, die MCN GMBH und die Kunden von
TeraCom übernommen.
eTel-GroupInfrastruktur
Die Übernahme von European Telecom bedeute für eTel vor allem eine Erweiterung des Infrastruktur-Portfolios.
European Telecom bringt ein 65 km langes Glasfaser-Netzwerk in Wien sowie ein nationales Breitband-Netzwerk, das Wien, Graz, Klagenfurt, Innsbruck, Salzburg und Linz umfasst, mit.
"Rückblickend sind wir heilfroh, dass wir nicht hunderte Millionen in den Aufbau einer eigenen Infrastruktur gesteckt haben. Diese bekommt man heute für einen Bruchteil", so Rosner. eTel habe mittlerweile ein österreichweites Glasfasernetz von 1.280 Kilometer.
Fokus auf Zentraleuropa
Innerhalb der eTel-Group stellt Österreich den wichtigsten Markt
dar. 65 bis 70 Prozent des Gruppenumsatzes werden in Österreich
erzielt. Das Unternehmen hat einen klaren Fokus auf Zentraleuropa
gelegt und ist neben Österreich in Polen, Ungarn, Tschechien und der
Slowakei tätig.
eTel AustriaMobilfunk nur Randthema
Das Thema Mobilfunk ist für Sean J. Melly, Vorstandsvorsitzender der eTel Group, nur ein Randthema.
"Wir wollen selbst kein Mobilfunkanbieter werden, könnten uns aber vorstellen ein ¿Virtual Mobile Operator¿ zu werden." Kooperationen mit anderen Unternehmen seien sicher ein Thema, der Erwerb einer eigenen [UMTS]-Lizenz allerdings sehr unwahrscheinlich.
"Unser Kerngebiet bleibt das Festnetz und gerade im KMU-Bereich gibt es noch genügend Potenzial", so Melly.
