18.06.2002

NERVENKRIEG

Die nächste Deadline für KPNQwest

Die Leitungen des insolventen niederländischen Telekomkonzerns KPNQwest könnten bereits heute Abend gekappt werden, da offenbar ein Gläubiger auf rasche Zahlungen drängt:

Dunkles Glas

Für ein totes Datennetz müssten die Konkursverwalter und damit letztlich die Gläubiger einen kräftigen Preisabschlag beim Verkauf des Netzes hinnehmen. Über die Leitungen von KPNQwest lief einst fast die Hälfte des europäischen Internetverkehrs.

Analysten schätzen die Höhe der Gesamtforderungen des französischen Telekom-Zulieferers Alcatel gegen KPNQwest auf rund 100 Millionen Euro. Alcatel gab keine Stellungnahme ab.

KPNQwest-Aktien fielen am Montag in Amsterdam um knapp ein Viertel auf 0,10 Euro. Die Marktkapitalisierung ist in nur zwei Jahren von 42 Milliarden Euro auf mittlerweile weniger als zehn Millionen Euro gesunken.

Bei den Verhandlungen über den KPNQwest-Konzern, der vergangenen Monat Insolvenz angemeldet hatte, gebe es inzwischen zwei Konsortien, die einen Großteil der Anlagen aufkaufen wollten, erfuhr Reuters zudem aus der Konkursverwaltung nahe stehenden Kreisen. "Sie haben zwei ernsthafte Bieter für das ganze Netz, ohne Zentraleuropa, und sie haben immer noch mindestens 30 weitere Interessenten für Teile des Netzes", hieß es. Nach früheren Angaben aus Kreisen könnten die britische Colt, Cable & Wireless, die Deutsche Telekom und der US-Konzern AT&T unter den Bietern sein.