10.06.2002

12 STUNDEN

Bildquelle: company

Eine Gnadenfrist für KPNQwest

Der Notplan für das insolvente Kabelunternehmen KPNQwest bleibt noch bis Heute Mittag gültig. Dann wollen die Konkursverwalter endgültig entscheiden, ob die Glasfaser-Kabelnetze abgeschaltet werden oder nicht.

Dies hat Konkursverwalter Eddie Meijer mitgeteilt. Ursprünglich sollte die Frist Montagabend ablaufen.

Offene Rechnungen

Nach dem Plan sollen Kunden von KPNQwest möglichst viele Rechnungen bezahlen und zunächst auf das Einfordern eigener Rechnungen verzichten. Wenn genug Geld zusammenkommen sollte, hoffen die Verwalter die Netze noch bis Juli in Betrieb halten zu können.

Dies erleichtere die Chancen für den Verkauf des mit 2,2 Milliarden Euro verschuldeten Unternehmens oder von Einzelteilen an etwaige Interessenten, war in der vorigen Woche angekündigt worden. Wie viel Geld benötigt wird, sagte Meijer auch am Montag nicht.

Kontrollzentrum besetzt

Seit Donnerstag halten Netztechniker das KPNQwest-Kontrollzentrum nahe Brüssel besetzt, von dem rund ein Viertel des Internet-Datenverkehrs in Europa sichergestellt wird.

Diese wollen den Betrieb unbedingt weiterführen und hoffen so, dass sich doch noch ein rettender Käufer findet. Sollte das KPNQwest-Netz allerdings tatsächlich abgeklemmt werden, ist die Gefahr eines teilweisen Ausfalls des Online-Verkehrs recht gering.

Rund ein Viertel aller Daten werden zwar über das Leitungsnetz des niederländischen Providers übertragen, Drittanbieter dürften jedoch über genügend freie Kapazitäten verfügen. Konkurrenten von KPNQWest überbieten sich derzeit im Abwerben der Kunden.

Der größte europäische Kabel-TV-Betreiber, United Pan-Europa Communications teilte am Montag mit, er werde seine Internet-Kommunikation nicht mehr über das Netzwerk von KPNQwest laufen lassen.