Linux wird Standard-System in Ämtern
Die deutsche Bundesregierung geht davon aus, dass Linux-Systeme schon bald zum führenden Betriebssystem in der öffentlichen Verwaltung werden:
"Die Ablösung von Windows NT steht bevor. Wir erwarten für 2003 und 2004 eine wahre Betriebssystems-Migrationswelle", sagte die Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, Brigitte Zypries, zur Eröffnung des 8. Internationalen LinuxTages am Donnerstag in Karlsruhe.
Gut 100 Firmen und Software-Projekte präsentieren bis Sonntag im Karlsruher Kongresszentrum ihre Linux-Anwendungen. Parallel dazu informieren mehr als 70 Vorträge über Neuerungen rund um die freie Software.
LinuxTagPolitisches Signal
Die Anfang Juni geschlossene Kooperation zwischen dem Bund und dem Computerhersteller IBM, mit der die Einführung von Linux-Systemen in der gesamten öffentlichen Verwaltung erheblich erleichtert wurde, sei ein "klares politisches Signal", sagte Zypries.
Um die IT-Infrastruktur der deutschen Behörden sicherer zu machen, setze die Bundesregierung auf offene Betriebssysteme wie Linux und so genannte Open-Source-Software.
"Wir erhöhen die IT-Sicherheit durch die Vermeidung von Monokulturen, wir verringern die Abhängigkeit von einzelnen Softwareanbietern, und wir sparen beim Kauf der Software und bei den laufenden Kosten", sagte Zypries. Ziel sei es aber nicht, dass nun die "Windows-Welt" durch eine "Linux-Welt" ersetzt werde. Vielmehr gehe es um "Co-Existenz" mehrerer Anbieter.
Aus Sicherheitsgründen Linux"Neue Ära"
Oliver Zendel, Sprecher des LinuxTages, begrüßte das Engagement des Bundes im Bereich freier Software.
Die Kooperation zwischen dem Bundesinnenministerium und IBM bezeichnete Zendel als "neue Ära" für die freie Software in der Bundesrepublik. "Die Akzeptanz von Linux wird das sicher fördern", sagte er.
