TA kauft Mobilkom-Anteil im Juni zurück
Der seit Wochen zwischen Telekom Austria [TA] und Telecom Italia [TI] verhandelte Rückkauf jenes Viertelanteils, den die Italiener an der TA-Mobilfunktochter Mobilkom Austria halten, soll in der ersten Juniwoche 2002 über die Bühne gehen.
Der Preis für das 25-prozentige Aktienpaket der TI an der Mobilkom soll deutlich unter den zuletzt in Medien kolportierten 830 Millionen Euro liegen.
Verkauf von TA-Immobilien
Finanziert werden könnte der Rückkauf des italienischen
Mobilkom-Viertels über den Verkauf von TA-Immobilien, aber nur, wenn
ein günstiges Angebot zur Immobilienfinanzierung vorliege. Zur
Diskussion steht dabei eine Sale-and-lease
back-cross-border-Transaktion. Ansonsten könnten bis zu einem
späteren Immobilienverkauf kurzfristig auch andere
Finanzierungsmöglichkeiten gefunden werden.
TA verkauft Immobilien um 800 Mio. EuroÄnderung des Syndikatsvertrags
Die Telekom Austria und Telecom Italia, die auch 29,8 Prozent an der TA hält, feilen derzeit noch an den Änderungen des im Dezember 1998 ausverhandelten Syndikatsvertrags, der den Italienern weitgehende Rechte bei TA-Aufsichtsratsentscheidungen gewährt und der an sich noch bis Ende 2008 läuft.
Gemäß diesem Vertrag kann die TI allerdings ohne die Zustimmung der ÖIAG ihre TA-Anteile nicht vor Oktober 2003 veräußern.
Angeblich bald zweiter TA-Börsengang
Die Telecom Italia könnte im Zuge ihres geplanten Rückzugs aus
Österreich voraussichtlich 10 Prozent ihrer TA-Anteile abgeben,
wodurch ihre Mitspracherechte gemäß dem Syndikatsvertrag deutlich
reduziert würden. Diese sollen voraussichtlich im Herbst in Form
eines zweiten Börsengangs der Telekom Austria an die Börse gebracht
werden.
Vorbereitungen für zweiten TA-BörsengangKeine getrennte Verwertung der Mobilkom
Auch die ÖIAG könnte sich an diesem "secondary public offering" beteiligen und ebenfalls einen Teil ihres derzeit 47,8-Prozent-Anteils an der TA an die Börse bringen. Die formale Voraussetzung für eine neuerliche Emission soll bereits bei der Hauptversammlung am 12. Juni geschaffen werden.
Der vor Wochen angedachte Aktiensplitt der TA-Aktien, bei dem auch die Mobilfunktochter Mobilkom Austria an die Börse gebracht werden sollte, scheint hingegen wieder in den Hintergrund geraten zu sein. Dieses Szenario sei vor allem von der Mobilkom angestrebt worden, im Konzern denke man aber in den nächsten zwei Jahren nicht an einen getrennten Verkauf der Mobilfunktochter, so die Kreise.
