"Absolute Frechheit" der Telekom Austria
Die Österreich-Tochter des spanischen Telefonkonzerns Telefonica prüft eine Klage gegen die Telekom Austria [TA].
Stein des Anstoßes ist ein Werbeinserat der TA auf der Titelseite des "Standard" [Montag-Ausgabe], in dem es heißt:
"...und tschüss! Kunden per Email verabschiedet und fast alle Mitarbeiter gekündigt. So kann es zugehen, wenn ein ausländischer Telekomkonzern sein Österreich-Experiment abbricht, wie jüngst die UMTS-Tochter 3G Mobile, Teil der spanischen Telefonica Moviles."
Telefonica dementiert Österreich-Rückzug"Absolute Frechheit"
"Die Anzeige ist eine absolute Frechheit", sagte Telefonica-Österreich-Sprecherin Maritheres Paul. Der Inhalt entspreche keineswegs der Wahrheit:
"Wir haben zwar einige Mitarbeiter von Österreich in die Schweiz abgezogen und arbeiten in kleinerer Mannschaft, aber wir sind immer noch hier."
Das Inserat - lediglich klein gedruckt als "Bez. Anzeige" ausgewiesen, der Auftraggeber wird nicht genannt - sei außerdem als Artikel getarnt und für Nicht-Branchenkenner auch auf Grund der redaktionellen Artikeln ähnelnden Schrift nicht als Werbeeinschaltung zu identifizieren, kritisierte Paul.
Telefonica"Etwas ungewöhnlich"
In der TA-Pressestelle hieß es heute lediglich: "Im Zuge der verstärkten Rückgewinnung von Telefonkunden greift unser Marketing derzeit zu etwas ungewöhnlichen Werbeinseraten."
In der Anzeige heißt es weiter: "Rückzüge vom Markt, Eigentümerwechsel und laufend sich ändernde Geschäftsstrategien begleiten die Marktbereinigung in der österreichischen Telekommunikationsbranche. Was heutzutage von einem Telekommunikationsdienstleister erwartet wird, sind ein ausgewogenes Preis- und Leistungs-Verhältnis und konstant hohe Qualität. Daher kehren zunehmend Kunden zur verlässlichen Telekom Austria zurück."
