Souvenirs aus dem All

01.07.2006

Unternehmen, Unis und auch Private können nun gegen Gebühr Marketingartikel, Experimente oder einfach persönliche Gegenstände auf einen Kurztrip in den Orbit schicken. Der Anbieter Up Aerospace plant den Start seiner ersten Rakete für den 14. August.

Die 363 Kilogramm schwere Rakete "SpaceLoft XL" wird erstmals vom neuen Weltraumhafen in New Mexico starten, der in den nächsten Jahren mit Investitionen von über 225 Millionen US-Dollar für die private bemannte Raumfahrt ausgebaut wird.

Die Rakete beschleunigt in 13,5 Sekunden auf eine Geschwindigkeit von 5.472 Kilometer pro Stunde. 90 Sekunden nach dem Start ist eine Höhe von 100 Kilometern erreicht, eine weitere halbe Stunde später ist die Reise wieder zu Ende.

100 bis mehrere 1.000 US-Dollar

Bis zu 50 Kilogramm Fracht, von privaten Dingen wie Visitenkarten oder Schmuck über neue Produkte diverser Firmen bis zu Experimenten von Universitäten, werden mit an Bord sein.

Die Preise reichen je nach benötigtem Lagerraum von einigen hundert Dollar bis zu mehreren tausend Dollar.

"Wir sind wie eine normale Fluglinie, nur statt horizontal fliegen wir hinauf und wieder zurück. Wir haben zudem keine Sitzplätze, sondern Ladebereiche", so Up-Aerospace-Chef Eric Knight.

Virgin Galactic will ab 2008 fliegen

Der Frachtflug zeigt, wie rege derzeit an kommerziellen Weltraumflügen gearbeitet wird. Unternehmer wie Virgin-CEO Richard Branson [Virgin Galactic] und Amazon-Gründer Jeff Bezos [Blue Origin] mischen dabei in der ersten Reihe mit.

Sie bauen an Raumschiffen, um die ersten Touristenflüge in die Schwerelosigkeit anbieten zu können.

Die ersten Virgin-Galactic-Ausflüge in die Schwerelosigkeit sollen 2008 starten, der Preis pro Sitzplatz liegt bei 200.000 US-Dollar.

Tausende Interessierte haben bereits ihre Reservierung vorgenommen, darunter auch der berufsmäßige Space-Profi William Shatner [Captain Kirk aus "Star Trek"].

Für 20 Mio. USD schon jetzt zur ISS

Die Weltraumreiseagentur Space Adventures vermittelt schon jetzt Ausflüge zur Internationalen Raumstation (ISS).

Drei Weltraumpioniere - Dennis Tito, Mark Shuttleworth und Greg Olsen - absolvierten bereits einen Flug in einer russischen "Sojus"-Kapsel. Sie sollen sich das Allabenteuer etwa 20 Millionen Dollar kosten lassen haben.

Der 34-jährige japanische Geschäftsmann Daisuke Enomoto soll im September der vierte ISS-Tourist mit zehntägigem Weltraumaufenthalt werden.

(CNET)