Tschechische Telekom wird nicht verkauft
Die tschechische Regierung hat die Veräußerung des Mehrheitsanteils an Cesky Telecom abgesagt.
Die Verhandlungen mit den beiden verbliebenen Bieterkonsortien für Cesky Telecom, an denen der Schweizer Telekom-Konzern Swisscom beteiligt ist,
seien abgebrochen worden, sagte der tschechische Telekom-Minister Jaromir Schling. Die Bieterkonsortien werden von der Deutschen Bank und CVC Capital Partners angeführt.
"Wir verkaufen Telecom nicht und wir planen keine weiteren Verhandlungen", sagte Schling ohne weitere Angaben.
Der Schritt der tschechischen Regierung verschiebt die lange angekündigte Privatisierung des Telekom-Marktes zumindest bis nach der Wahl Mitte Juni.
Die tschechische Regierung, die 51 Prozent an Cesky hält, sowie Swisscom und die niederländische KPN, die über die Firma TelSource 27 Prozent halten, wollten ihre Anteile am ehemaligen Monopolisten ursprünglich gemeinsam verkaufen. An TelSource hält Swisscom 49 Prozent. Swisscom könnten durch den Verkauf gemäß früheren Angaben rund 500 Mio. Schweizer Franken [341 Mio. Euro] zufließen.
Tschechische Telekom wird privatisiert"Preis entsprach nicht den Wünschen"
Ein Sprecher der tschechischen Regierung sagte am Montag, die beiden Bieterkonsortien hätten für den 51-Prozent-Anteil des tschechischen Staates etwas unter 60 Mrd. Kronen [1,98 Mrd. Euro] geboten und damit weniger, als sich die Regierung erhofft hatte.
"Der Preis entsprach nicht den Wünschen der Regierung", so der Sprecher.
