Handys verleiten zum Zuspätkommen
Für britische Handybesitzer ist Unpünktlichkeit nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Sie lassen Freunde und Bekannte im Durchschnitt zwischen 20 und 47 Minuten warten - ohne schlechtes Gewissen.
Laut einer Umfrage nehmen es britische Handybesitzer mit der Pünktlichkeit nicht so genau.
Solange man den Wartenden per Handy Bescheid geben kann, sei es nicht schlimm, wenn die vereinbarte Zeit überschritten werde, gaben demnach fast 40 Prozent der Befragten an.
Lange Wartezeiten ganz nornmal
Dabei seien durchschnittliche "Wartezeiten" für Freunde und Bekannte von 47,2 Minuten ermittelt worden, teilte die Mobilfunkfirma Dial-a-Phone mit. Bei der Umfrage wurden 2.000 Handybesitzer befragt.
Ein Drittel fand es akzeptabel, Freunde bis zu 20 Minuten warten zu lassen.
Vergessene Tugend
Pünktlichkeit sei leider eine fast vergessene gesellschaftliche Tugend, sagte David Holmes, Sozialpsychologe an der Manchester Metropolitan University. Eine neue Generation von Briten betrachte das Zuspätkommen mehr und mehr als Norm und nicht mehr als Fehltritt.
Später Aufbruch selbst im Beruf
Mehr als ein Viertel der Befragten erklärte, sie würden meist nicht rechtzeitig zu Verabredungen
aufbrechen und sich per Handyanruf oder SMS entschuldigen.
Auch im Berufsleben sei ein Trend zum Hinnehmen von Verspätungen zu beobachten, hieß es. Immerhin sei jeder Zehnte der Befragten schon zu spät zu einem Einstellungsgespräch erschienen.
London erwies sich auch als Hauptstadt der "Zuspätkommer": 41 Prozent der befragten Londoner gaben zu, nie ganz pünktlich zu sein - im Vergleich zu 28 Prozent im Landesdurchschnitt.
(dpa)
