Schwerster Betrugsfall auf Neuem Markt
Nach einer Sonderprüfung hat der Telematik-Anbieter ComROAD seine Umsatzangaben für das Jahr 2001 fast auf null gesenkt.
Statt der im Jänner ausgewiesenen Erlöse in Höhe von 93,6 Mio. Euro sei nur ein Umsatz von rund 1,4 Mio. Euro erzielt worden, teilte die ComROAD AG heute in München mit.
Der frühere Chef und Firmengründer des Unternehmens, Bodo Schnabel, sitzt wegen Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzprüfung seit Ende März in Haft.
"Noch nie erlebt"
Die drastische Bilanzkorrektur bei dem skandalgebeutelten
Telematik-Anbieter ComROAD ist nach Einschätzung von
Aktionärsschützern der schwerste Betrugsfall in der Geschichte des
Neuen Marktes. "So etwas Krasses habe ich noch nie erlebt", sagte
Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für
Wertpapierbesitz [DSW] am Mittwoch der dpa in München.
ComROADGeschäfte mit asiatischer Scheinfirma
ComROAD hatte die Umsatzangabe für das Jahr 2001 am Mittwoch nach einer Sonderprüfung durch die Gesellschaft Rödl & Partner um rund 98 Prozent auf 1,4 Mio. Euro bestätigte Erlöse gesenkt. Ein Großteil des ursprünglichen Umsatzes war nach Recherchen der Wirtschaftsprüfer mit einer asiatischen Firma verbucht worden, die gar nicht existierte. Der Kurs der Aktie stürzte am Mittwoch um zeitweise mehr als 36 Prozent auf 0,46 Euro ab.
