Bildquelle: NASA

Kamera des Hubble-Teleskops ausgefallen

24.06.2006

Die Hauptkamera des Weltraumteleskops Hubble, die Advanced Camera for Surveys [ACS], verweigert seit einigen Tagen ihren Dienst. Ein Neustart der Software bzw. das Aktivieren des Back-up-Systems sollen das Instrument wieder in Gang bringen.

Zwar sind die Gründe des Ausfalls noch unklar, die NASA-Ingenieure gehen jedoch davon aus, die Kamera bald wieder flottmachen zu können.

Als wahrscheinlichste Ursache gilt der Ausfall eines elektronischen Schaltkreises. "Wenn wir damit richtig liegen, drehen wir einfach die Ersatzschaltkreise auf, und schon ist das Teil so gut wie neu", so Bruce Margon vom Space Telescope Science Institute [STScI].

Neustart könnte genügen

Auch ein Softwarefehler könnte für den Ausfall verantwortlich sein. In diesem Fall müsste ein simpler Neustart das Problem lösen, erklärte Margon weiter.

Eingebaut im März 2002, sendet die ACS mit ihrem weiten Sichtfeld seither beeindruckende Bilder aus dem All. Zudem werden die Informationen wesentlich schneller als durch die zweite Kamera an Bord, die Wide Field and Planetary Camera 2 [WFPC2], erfasst.

"Die Kamera ist unser populärstes Instrument an Bord, und es wäre ein herber Rückschlag, wenn wir sie nicht wieder in Gang bringen könnten. Aber wir sind zu 99 Prozent sicher, dass alles wieder perfekt laufen wird", so Margon zuversichtlich.

Für Ende 2007 ist eigentlich ein Upgrade im Rahmen einer Reparaturmission geplant. Dann soll die WFPC2 durch die neue Wide Field Camera 3 ersetzt werden.

"Discovery"-Start am 1. Juli

Die Durchführung der Hubble-Reparaturmission hängt vom Erfolg der neu einsetzenden Shuttle-Flüge der "Discovery" ab.

Am Samstag, 1. Juli wird erstmals wieder eine bemannte Raumfähre ihre Reise zur Internationalen Raumstation [ISS] antreten. Der Aufenhalt der siebenköpfigen Crew im Kosmos soll zwölf Tage dauern.

Die "Discovery" transportiert dabei knapp 14 Tonnen Ausrüstung und Versorgungsgüter zur ISS. Dazu gehören knapp 2.500 Kilogramm Nahrung, Wasser und Kleidung für die Langzeitbesatzung.

Der Flug ist der erste seit knapp einem Jahr und der zweite nach der "Columbia"-Katastrophe am 1. Februar 2003, als alle sieben Astronauten an Bord starben.

(New Scientist | dpa)